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Kategorie: Liebe Gesellschaft  

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Freitag, 25. Januar 2008

Scheiß Deutsche

Gestern Abend in der Sendung „Panorama“ kam ein Beitrag, in dem unter anderem darüber berichtet wurde, dass Dr. Christian Wagner, Fraktionsvorsitzender der hessischen CDU, auf Wahlkampfveranstaltungen die Parole ausgibt, Ausländer, die Deutsche zum Beispiel mit „Scheiß Deutsche“ beschimpfen, demnächst per Gesetz abschieben zu wollen. Das passt in das aktuelle Stimmungsbild, das die CDU, und zwar nicht nur die in Hessen, über unsere ach so integrationsfreudige Gesellschaft zeichnet. In Zeiten, da in jedem, dessen heilige Schrift „Koran“ und nicht „Bibel“ oder ähnlich heißt, eine Terrorismusgefahr gesehen wird, ist das sogar kaum noch zu verwundern.

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Montag, 17. Dezember 2007

(K)ein bisschen reifer

Ich muss nochmal auf dem Fall „Marco W.“ herumhacken. Da schreibt heute das WAZ-Portal „DerWesten.de“ über die Exklusiv-Berichterstattung durch RTL:

Marco indes hofft nach seiner Entlassung aus türkischer Haft auf ein möglichst ruhiges, normales Leben. In einem RTL-Interview antwortete der 17-Jährige […]

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Donnerstag, 27. September 2007

Noch’n Preis

Neun Monate ist es jetzt her, dass das New Yorker „Time Magazine“ mir die Auszeichnung „Person des Jahres“ verleihen wollte. Doch nicht nur mir, sondern allen Internet-Nutzern, die sich durch aktive Beteiligung am um sich greifenden Seelenstriptease (derzeit verklärend unter dem Begriff „Web 2.0“ geführt) beteiligen, indem sie ihre Schulkameraden von früher ungefragt der Allgemeinheit preisgeben, ganze Fotoalben oder gar Familienstammbäume auf ihnen unbekannten Festplatten im weltweiten Datennetz abspeichern oder in Online-Tagebüchern oder Schlimmerem jeden Klogang der ganzen Welt mitteilen.

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Dienstag, 14. August 2007

Gestörte Emanzipation

Es gab da kürzlich so ein paar Gerichtsurteile bezüglich der Haftung von Forenbetreibern für die Beiträge der Forennutzer. Gerade das Landgericht Hamburg ist da mit seiner etwas welt- und technikfremden Internetanschauung negativ aufgefallen, indem es behauptete, ein Forenbetreiber müsse rechtswidrige oder beleidigende Beiträge seiner User bereits löschen, bevor sie öffentlich abrufbar sind. Das Hamburger Gericht sieht also nicht den eigentlichen Verfasser einer zu beanstandenden Mitteilung, sondern den Anbieter des Forums als „Störer“ an. Bis dahin reichte es aus, „ab Kenntnis“ derartige Beiträge dahin zu entsorgen, wo sie hingehören.

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Freitag, 10. August 2007

Kinder verboten

Es gibt Meldungen, nach deren Lesen kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Ich meine, dass es Menschen gibt, die sich von Kinderlärm gestört fühlen und deswegen in der Nachbarschaft Terror verbreiten, ist ja nichts Neues. (Ich kenne da sogar persönlich ein paar Fälle – als Familienvater bleibt sowas wohl nicht aus.) Aber dieser Fall hier lässt mich mal wieder exzessiv die Schuppen aus den Haaren schütteln.

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Sonntag, 15. Juli 2007

Langsam wirds Zeit

Und wieder ein Schlag gegen einen Kinderpornoring. Super. Die Spanier haben uns die nächste Positivmeldung im Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung von und Gewalt an Kindern beschert. Das liest man gerne. Und: Nein, das meine ich mal weder ironisch noch sarkastisch.

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Freitag, 13. Juli 2007

Tschüss, Mendel

Im Biologie-Unterricht in der Schule lernt man tolle Sachen. Und so viele Bereiche werden abgedeckt, in denen man interessante Dinge lernen kann – wenn auch nicht ganz so vertieft, wie die Fachbegriffe, die ich größtenteils von Wikipedia geklaut habe, es abschreckenderweise suggerieren mögen: Zoologie, Botanik, Genetik, Zellbiologie, Physiologie, Ethologie, Ökologie, Anatomie, die vielen anderen Bereiche, die ich jetzt vergessen habe und schließlich nicht zu vergessen die Sexualkunde.

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Mittwoch, 27. Juni 2007

Vielspieler

„Ich bin ein Spieler.“ Dieser Satz hatte für mich bis vor zirka einem Jahr eine völlig unverfängliche Attitüde. Bis ich mich auf einer Betriebsfeier den bisher unbekannten Kollegen einer anderen Niederlassung unter anderem mit diesen Worten zu charakterisieren versuchte. Nun ja, es gibt Fehler, die macht man nur ein Mal. In Zukunft werde ich bei solchen Anlässen wohl eher so etwas sagen wie: „Ich spiele gerne Gesellschaftsspiele.“

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Mittwoch, 20. Juni 2007

Sehr schön gefallen

Über Kunst lässt sich bekanntlich streiten. Vor allem, wenn sie nicht als solche zu erkennen ist. Das war schon immer so und wird immer so bleiben.

Ich jedenfalls habe zu Kunst ein zwiespältiges Verhältnis. Einerseits bin ich natürlich froh, dass es so etwas wie Kunst gibt, denn wann immer mir etwas nicht so gut gelingt wie es vielleicht gewünscht war, kann ich mich darauf berufen, dass das von vorneherein Kunst werden sollte. Praktisch. Den ganzen Beitrag lesen »

Samstag, 2. Juni 2007

Das geht selbst uns zu weit

Ich bin ja schon froh, dass das ganze nur ein Fake war.

Und das nachträgliche Gezeter von den Leuten, die sich haben verarschen lassen, die jetzt nicht mehr über das Verlosen von Nieren lamentieren können, sondern sich daran aufbringen müssen, dass man mit solch einer Aktion um Aufmerksamkeit buhlen musste, fällt mir ehrlich gesagt noch mehr auf den Wecker.

Die Welt, in der wir leben, giert doch förmlich nach immer neuen Sensationen. Wenn dann zum Tag der Organspende sich jemand vor eine Kamera setzt und ein paar nette Worte sagt oder gar nur über Nachrichtensendungen eine Pressemitteilung verlautbaren lässt – wer kriegt das dann schon mit?

Der Weg, den der niederländische Sender mit seiner Show gegangen ist, war genau richtig. Es waren alle eingeweiht, es wurde keine wirklich todkranke Person präsentiert, und es wurde schon gar keine Niere gewonnen. Was wurde andererseits erreicht? Das Thema Organspende ist heute – am Tag der Organspende – mehr denn je in aller Munde. So viel Publicity hatte der Tag noch nie. Ich wette sogar, dass vorher kaum einer wusste, dass jeder erste Juni-Samstag so ein Tag ist (mich übrigens eingeschlossen).

Aber noch etwas hat die ganze Aktion gezeigt: Es ist erschreckend, wie viele Leute tatsächlich bis zum Schluss geglaubt haben, dass die Show und deren Absicht echt gewesen wäre. Aber auch da kann der Sender nichts für. Im Gegenteil: Vielleicht war es in der heutigen Zeit mal nötig, uns diesen Spiegel derart drastisch vorzuhalten.

Bleibt schlussendlich nur noch eine Frage offen: Wann kommt die Show, in der das ganze zum Ende nicht als Finte aufgelöst werden wird?

Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: