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Kategorie: Kristallkugel  

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Sonntag, 14. Januar 2007

Zehn Minuten

Es brodelt in Bayern. Und hat am Anfang der Woche noch das Präsidium der CSU voll und ganz hinter Problember Stoibär gestanden, so zeichnet sich jetzt, nur wenige Tage später, ab, dass da in Wildbad Kreuth ganz kräftig die Kacke am dampfen war.

Die „schöne Landrätin“ (Diffamierungsversuch seitens der Boulevard-Presse) Dr. Gabriele Pauli hat es scheinbar geschafft: Die Gerüchte einer baldigen Ablöse Stoibers als bayerischer Ministerpräsident und CSU-Vorsitzender mehren sich von Stunde zu Stunde.

Ich meine, nicht, dass dadurch irgend etwas besser würde. Wenn Beckstein Ministerpräsident und Seehofer Parteivorsitzender werden, ist das so, als treibe man den Teufel mit dem Beelzebub aus. Oder wie man in Westfalen so schön sagt: Da kommze vom Regen inne Traufe.

Und eigentlich ist es ja nicht mehr wirklich eine Frage, ob Stoiber geht, sondern nur noch, wann. Also, ich gebe ihm vielleicht noch 10 Minuten.

Freitag, 29. Dezember 2006

Bye-bye Beck

Kaum ist man mal ein paar Tage nicht im Lande, schon tanzen die Politiker auf den Tischen herum: Kurt Beck, seines Zeichens momentan amtierender SPD-Parteichef (was aber nichts heißen will, wenn man sich die jüngere Vergangenheit der SPD-Parteispitze so ansieht) und Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, sucht mal wieder Streit.

Ist er doch erst vor gar nicht allzu langer Zeit damit aufgefallen, umher streunende arbeitslose Hartz-IV-Empfänger als ungewaschen und unrasiert zu beschimpfen. Immerhin hat er sich – teils unter Mithilfe eines selten dämlichen, ungewaschenen, unrasierten und arbeitslosen Hartz-IV-Empfängers (der nur unter Druck zum Friseurbesuch animiert werden konnte) – einigermaßen glimpflich aus dieser Posse heraus manövrieren können. Aber wie das so ist mit Schatten auf der Vergangenheit: Sie gehen nie ganz weg.

Umso unschöner seine neuerlichen Vorstöße in Sachen „Maul aufreißen“. Die mehr als unpopuläre Forderung nach einem Reformstopp katapultiert ihn mal wieder in die Schlagzeilen – und begünstigt den Missmut der wählenden Bevölkerung.

Die nächsten Bundestagswahlen sind noch lange hin, aber ich wette, Kurt Beck schielt schon vor dem Hintergrund seines Amtes als Parteichef auf die Kandidatur als SPD-Kanzlerkandidat. Das Eis, auf dem er dieses Ziel erreichen könnte, bricht gerade weg. Sollte er von den Genossen wider Erwarten doch als Kanzlerkandidat 2009 in die nächste Runde gewählt werden, werden spätestens die Bürger mit ihrem Kreuz dafür sorgen, dass es keinen Bundeskanzler Kurt Beck geben wird.

Aber wahrscheinlich haben die Bundeslemminge bis dahin sowieso wieder alles vergessen…

Montag, 11. Dezember 2006

Unkenrufe

Wir haben’s ja gewusst. Was ist nicht alles schwarzgeredet worden, als es darum ging, den vielen Brummis, die durch unser Land und über unsere Straßen poltern, einen kleinen Obulus abzustrotzen. Mal ganz davon abgesehen, dass der „Technologie-Standort Deutschland“ sich dabei wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert hat; ich sage nur: Toll Collect.

Aber wie war das denn gleich mit der automatischen Erfassung der Mautdaten? Gab es da nicht so ein paar Datenschützer, die starke Probleme damit hatten, dass alle paar Kilometer auf deutschen Autobahnen so komische Kameras stehen, die jedes Kennzeichen (wohlgemerkt: jedes – nicht nur solche von LKWs) automatisch erfassen? Wurde nicht mit dem Verweis auf totale Überwachung gefordert, dass die Mautdaten ausschließlich zur Erhebung der Straßennutzungsgebühren genutzt werden dürfen? Ist nicht zu diesem Zweck extra ein Mautgesetz verabschiedet worden, das diesen Bedenken Rechnung trägt?

Na, dann darf ich ja jetzt mal kurz daran erinnern, dass es noch gar nicht so lange her ist, dass eben jene Politiker, die dieses Gesetz verabschiedet haben, es jetzt wieder zu ändern gedenken, damit die zum Zwecke der Mauterfassung gespeicherten Verkehrsüberwachungsdaten nun auch für die Strafverfolgung verwendet werden dürfen. So wird also die Hauptbedingung für die gesetzliche Erlaubnis der Datenerhebung durch die Hintertür einfach ausgeschaltet. So schafft man bei der Bevölkerung Vertrauen in die Politik.

Ach ja, wo wir gerade beim Thema sind: Gab es da nicht diese ewigen Schwarzseher, die uns die schöne neue Geldquelle der LKW-Maut mit so doofen Argumenten vermiesen wollten, dass eine einmal eingeführte Maut, sei sie auch nur für LKWs, die Hemmschwelle ganz schnell senken würde, auch eine Straßennutzungsgebühr für PKW einzuführen? Ach, ihr habt schon mitbekommen, dass die PKW-Maut wieder im Gespräch ist? Na, sowas aber auch!

Ja klar, dafür versprechen uns die Politiker eine Senkung der diversen anderen Belastungen. Der deutsche Autofahrer soll ja im Ganzen nicht mehr zahlen müssen. Positiver Nebeneffekt wäre, dass zusätzliches Geld durch die ausländischen Benutzer unserer Straßen herein käme. Ja, das wäre wirklich positiv. Okay, gekauft!

Moment mal… Ich hab da so‘n Kribbeln im großen Zeh. Ich schau mal eben in meine Kristallkugel…

April 2008: Nachdem im Jahr 2007 im Zuge der PKW-Maut-Einführung die Mineralölsteuer leicht gesenkt wurde, sieht der deutsche Gesetzgeber neuen Spielraum für eine Erhöhung der Ökosteuer. Verkehrsminister Tiefensee begründet diesen Schritt unter anderem auch damit, dass die Senkung der Mineralölsteuer zu vermehrtem grenznahem „Benzintourismus“ beigetragen habe, dem nun entgegen gewirkt werden müsse…

Naja, was machen die paar Cent mehr schon aus? Immerhin sind unsere Straßen ja seit Errichtung der Mautbrücken viel sicherer geworden. Vielleicht sollten wir auch ein paar Mautbrücken im Internet aufstellen, damit auch das sicherer wird?

Donnerstag, 16. November 2006

Schluss mit Schluss

Nachdem Berlin vorgelegt hat, darf die andere der beiden deutschen Metropolen nicht zurückstehen: Das Ruhrgebiet — eigentlich ja sogar ganz Nordrhein-Westfalen — hat jetzt ebenfalls den Ladenschluss weitestgehend abgeschafft. Nur Sonn- und Feiertags ist weiterhin Schicht im Laden.

Wer sich von diesen Veränderungen jetzt gewaltige Umbrüche erhofft, der wird wohl arg enttäuscht sein. 24 Stunden öffnende Läden haben sich bisher nicht angekündigt, und viele der wenigen Geschäfte, die die neuen Freiheiten ausnutzen wollen, machen gerade mal zwei Stunden länger. Wird also vorerst nix mit Schuhe kaufen Nachts um drei.

Obwohl ich mir das ja so richtig vorstellen kann, zumindest als Sonderaktion: An ausgewählten Tagen wird dann regelmäßig ein Mitternachtsshoppen bis zum Morgengrauen angeboten: „Jeden ersten Freitag im Monat machen wir durch“. Na, ich lass mich mal überraschen, wann die ersten Werbeaktionen dieser Art angepriesen werden. Gerade jetzt im bevorstehenden Weihnachtsgeschäft wird so etwas garantiert nicht ausbleiben.

Und dann könnte es Nachts um vier im Supermarkt folgenden Dialog zwischen einem Kunden und dem Verkäufer geben:

Kunde: So, Sie haben jetzt auch in der Nacht geöffnet. Lohnt sich das denn überhaupt?

Verkäufer: Nunja, wenn wir länger geöffnet haben, sind da natürlich Mehrkosten, vor allem im Personalbereich.

Kunde: Ja, das kann ich mir vorstellen. Wie viel ist das denn so ungefähr?

Verkäufer: Ich hab das mal ausgerechnet. Wenn man alle Kosten zusammen- und den Umsatz gegenrechnet, dann machen wir unterm Strich pro Kunde ungefähr 10 Euro Verlust.

Kunde: Oh, das ist aber schlecht.

Verkäufer: Alles halb so wild, ich habe schon darauf reagiert. Wir öffnen das Geschäft jetzt nur noch Nachts — da kommen von denen nicht so viele.

Montag, 13. November 2006

Schöne Aussichten

Habt ihr’s gemerkt? In den Vereinigten Staaten (von vielen gerne nur kurz „Amerika“ genannt) gab’s kürzlich Wahlen. Senat und Kongress wurden neu bestimmt und dabei gab es erdrutschartige Änderungen in der Mischung aus den dort vorherrschenden Parteien der Demokraten und Republikanern. Erstere haben nämlich letzteren die Mehrheit entreißen können. Jetzt steht der republikanische Ober-Cowboy Schorsch Dabbelju mit dick Gegenwind auf absteigendem Posten.

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Donnerstag, 26. Oktober 2006

Seelenverkäufer

Nur damit hinterher nicht wieder jeder sagen kann, das wäre ja sooo überraschend gekommen.

Zunächst einmal hört sich die heutige Meldung, Airbus habe 150 Jets vom Typ Airbus 320 nach China verkauft, ganz toll an. Das schafft Vertrauen in Airbus (welches durch das Debakel mit der Verzögerung beim A380 stark gelitten hat) und sichert viele viele Arbeitsplätze.

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Montag, 16. Oktober 2006

Wiederholungsmeldung

Da habe ich am Wochenende aus den Nachrichten erfahren, dass der russische Energiekonzern Gazprom in Zukunft auf dem deutschen Energiemarkt mitmischen will.

Wieso kommt diese Meldung noch einmal? Das haben wir doch schon letzte Woche erfahren. Oder was denken die, warum Gazprom sich mit 120 Millionen bei Schalke 04 als Sponsor einkauft? Doch bestimmt nicht, weil die Schalker Spieler so schöne Beine haben…

Montag, 2. Oktober 2006

Aufgeflogen…

So ein Mist aber auch. Da haben die Manager bei Siemens gedacht, durch das Verschenken der Sparte „Siemens Mobile“ samt stattlicher Mitgift an einen Mitbewerber aus Fernost sich von noch höheren Abfindungszahlungen an die Mitarbeiter freikaufen zu können. BenQ hat den Ball gerne angenommen und die Mitgift in die eigene Portkasse gestopft, um den Klotz am Bein, den sie sich damit eingebrockt haben, möglichst glaubwürdig untergehen zu lassen.

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Montag, 25. September 2006

Wie hoch sind fünf Meter?

Es ist immer schade, von neuen Unfällen mit vielen Toten zu hören, insbesondere wenn es davon gleich zwei an einem Tag gibt. Das betrifft derzeit nicht nur den schweren Unfall mit dem Transrapid auf der Teststrecke im Emsland, sondern natürlich auch die Opfer der Gasexplosion in Lehrberg, deren Angehörigen natürlich auch mein volles Mitgefühl gilt, obwohl ich mich hier ausschließlich mit dem Transrapid-Unfall beschäftigen möchte.

Die Frage, die auch nach drei Tagen immer noch alle beschäftigt: Wie konnte das passieren? Mittlerweile sind ja schon ein paar Erkenntnisse auch an die Öffentlichkeit weiter gegeben worden. So existierte wohl bei der Teststrecke keinerlei automatisches Sicherheitssystem. Es gab manuelle Protokolle, wann der Werkstattwagen wo eingesetzt wurde und wird, und es lag in der Verantwortung der Fahrdienstleiter im Stellwerk, zu entscheiden, ob bei jeweiliger Situation der Start des Triebwagens freigegeben werden darf oder nicht.

Für mich sieht das also eindeutig nach menschlichem Versagen aus. Menschliches Versagen, das aber nicht vorkommen darf! Die Folgen sind viel weitreichender als zunächst klar sein mag.

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Dienstag, 12. September 2006

Quo vadis? Gen Gentechnik!

Ich bin weder religiös (im landläufigen Sinne) noch technikfeindlich (immerhin verdiene ich als Softwareentwickler mit Technik meinen Lebensunterhalt). Ich bitte das bei der Lektüre des folgenden Beitrags zu berücksichtigen.

Ein intelligenter Mann hat mal gesagt „Das Leben findet einen Weg“. Das ist so weise wie spirituell wie einfach. Dieser Mann war Ian Malcolm. Na gut, ich gebe es zu, diese Person ist fiktiv und entstammt der Feder von Michael Crichton. Was Mr. Crichton diesem Ian Malcolm - welcher wohl ein Vorbild in unserer realen Welt haben soll - in den Mund gelegt hat, gilt nicht nur in dem zitierten Roman „Dino Park“ (der seit der erfolgreichen Kinoverfilmung nur noch unter dem Namen „Jurassic Park“ bekannt ist). Meine ich. Und nicht nur ich.

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