Ihr erinnert euch vielleicht noch an meinen Beitrag über die vorgeschriebene Fahrtrichtung in einer Baustelle, die in die Baugrube führen würde, falls man sich daran hielte? Ich weiß ja nicht, wer genau für die Planung von solchen Baustellen verantwortlich ist (Bauleiter? Bauaufsicht? Ordnungsamt? …), aber wer auch immer das macht, hat an genau dieser Baustelle erneut sein Händchen für grenzenlose Schwachsinnigkeit bewiesen.
Ich erläutere mal etwas näher die Topographie dieser Stelle: Wir haben hier an dieser Stelle eine vierspurige Straße ohne Mittelstreifen, wobei die beiden mittleren Spuren mit Straßenbahngleisen versehen sind und durch einfache Sperrstreifen dem Autoverkehr vorenthalten werden. In besagter Kurve, wo man nun nicht mehr geradeaus in die Spielstraße abzweigen kann, wozu man aber gemäß der Beschilderung eigentlich verpflichtet wäre, verengt sich das ganze nun auf zwei Spuren. Aus jeweils einer Straßenbahnspur und einer Autospur wird eine gemeinsam genutzte Fahrspur – und das für beide Richtungen. Dieses Verjüngungsgeraffel ist dabei nicht vor, sondern ziemlich genau in der Kurve. Die endgültige zweispurige Straßenbreite ist also streng genommen erst hinter dem Ende der Kurve.
Nun geht es Baustellenmäßig an dieser Stelle demnächst in die richtig heiße Phase (die Straßenbahn soll komplett saniert und runderneuert werden), und erste, nein… zweite Vorboten sind jetzt die ersten Baustellen auf der anderen Straßenseite, unter anderem auch in dieser Kurve, direkt gegenüber dem schon seit einem halben Jahr bestehenden Loch. Es wird also enger. Fragt sich nur: Enger als was? Enger als vier oder enger als zwei Spuren?
Die aufgestellte Baustellenampel offenbart: Es wird scheinbar so eng, dass man nur noch in einer Richtung zur selben Zeit die Stelle passieren kann. Als ich jedoch bei meinem ersten Kontakt mit dieser neuen Situation vor Ort dort lang fahre, sehe ich verwundert, dass erstens die Ampel für die Gegenrichtung keine fünf Meter weiter steht, und zweitens der Abstand zwischen mir und dem linken (ja, tatsächlich näher als sonst gerückten) Straßenrand locker für einen Linienbus ausreichte. (Und ich fahre keinen Fiat Panda oder Smart.)
Nun, es ist nicht gerade so, dass ich jetzt nachts deswegen nicht mehr schlafen könnte, aber immer, wenn ich fortan diese Stelle mit dem Auto passiere, frage ich mich doch, was für ein krankes Hirn sich solch einen Unsinn ausdenkt. Oder wurde unsere Stadt klammheimlich in Schilda umbenannt?