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Kategorie: Ausland  

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Mittwoch, 10. Januar 2007

Diplomatie in Reinkultur

Das Öl fließt wieder, jippie! Zumindest soll es das ab morgen. Nach einem Bericht auf WDR2 haben Russlands Präsident Putin und sein Weißrussischer Amtskollege Lukaschenko in einem Telefongespräch eine Lösung für den Konflikt gefunden.

Und diese Lösung ist so einfach wie genial: Weißrussland kriegt die geforderten Transitgebühren einfach nicht, muss das Öl trotzdem durch die Pipeline auf eigenem Staatsgebiet Richtung Westeuropa durchleiten. Ich überlege schon die ganze Zeit, wie dieses Gespräch vielleicht verlaufen sein könnte…

„Hallo Alexander, alter Haudegen, Wladimir hier.“
„Ach, du bist’s. Und, rufst du an, um mir zu sagen, dass du mein Geld schon überwiesen hast?“
„Fast. Ich hab einen viel besseren Vorschlag für dich. Ich geb dir die Kohle in bar. Wie wär das?“
„In bar? Ist das nicht ein bisschen umständlich? Bargeldlos ist es zudem auch noch viel sicherer. Und außerdem steht für die nächste Zeit doch gar kein Staatsbesuch von dir hier an.“
„Njet, ich komme doch nicht selber, und um die Sicherheit habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Ich schicke dir einfach meine beste Armee-Eliteeinheit. Die hat auch gleich die richtigen Mittelchen dabei, um die Zahlung zu schützen. So ein paar Panzer in Minsk machen dir doch nichts, oder? Ach ja… Nicht, dass du dir Sorgen machst, aber es könnte sein, dass die das eine oder andere Gramm Polonium im Gepäck haben. Das macht dir doch nichts aus, oder?

Naja, und den Rest kennen wir ja bereits. Wenn Politik doch nur immer so einfach wäre, gell, Herr Schäuble?

Sonntag, 7. Januar 2007

Das wahre Killerspiel

„Es war doch nur ein Spiel!“, könnte der kleine 10-jährige Junge aus den USA vor dem Tor gesagt haben, das ihm Petrus an Silvester geöffnet hatte, damit er eintreten (und aus unserer Welt wegtreten) kann.

Er hatte im Fernsehen Berichte über Herrn Husseins Hinrichtung gesehen und wollte das ganze in seinem Kinderzimmer „nachspielen“. Also nahm er einen Strick, hängte den wo-auch-immer auf, stellte sich auf sein Hochbett, steckte den Kopf in die Schlinge und… rutschte aus. Pech gehabt.

Traurig für den Jungen, traurig für die Eltern. Und es tut mir ebenfalls in der Seele weh, so etwas lesen zu müssen. Andererseits liegt mir ein Spruch auf den Lippen à la: „Ein Land, dessen Bevölkerung die Todesstrafe noch immer derart befürwortet und im Grunde genommen die Hinrichtung Saddam Husseins zu verantworten hat, hat es nicht besser verdient als mit solchen Schicksalsschlägen konfrontiert zu werden.“

Aber ich glaube, ich verkneife es mir besser.

Samstag, 25. November 2006

Bock und Gärtner

Da ist doch kürzlich so ein russischer Agent im britischen Exil gestorben. Unter ganz mysteriösen Umständen. Vergiftet worden soll er sein. Behauptete er selbst, bevor er in Koma fiel und schließlich dahin schied. Scotland Yard nahm den Fall auch in die Hand — allerdings zunächst nicht wegen Mordes, sondern wegen „Todes mit unbekannter Ursache“. Ja, so kann man das auch nennen.

Immerhin haben die Ärzte jetzt endlich (nachdem schon vor 6 Tagen eine Thallium-Vergiftung in Betracht gezogen, dann aber wieder verworfen worden war) herausgefunden, dass Alexander Litwinenko wohl doch mit einer radioaktiven Substanz (Polonium-210) vergiftet wurde. Bleibt nur noch die Frage: Durch wen?

Das soll nun Scotland Yard klären. Schaffen sie aber scheinbar nicht alleine, immerhin scheinen da ein paar Geheimdienste ihre Finger im Spiel gehabt zu haben. Darum haben die britischen Behörden jetzt den russischen Präsidenten Putin um Mithilfe bei der Aufklärung des Falles gebeten.

Wie bekloppt ist das denn? Das ist ja so, als hätte man die Gestapo darum gebeten, dabei zu helfen, eine jüdische Familie aus Deutschland hinauszuschmuggeln.

Freitag, 24. November 2006

Grande Nazion

Nach einem Fußballspiel gehen rund 150 aufgebrachte Fans, zum Teil in der Welt als gewalttätig bekannt, auf die Straße und auf Fans des „gegnerischen“ Vereins los. Ein ziviler Polizeibeamter ist zufällig in der Nähe und will einschreiten. Zu dumm nur, dass seine Haut von besonders starker Pigmentierung ist (im Klartext: er ist schwarz). Die Masse geht auf ihn los, er versucht sich zu verteidigen und im allgemeinen Tohuwabohu schießt er in Notwehr auf zwei Angreifer: Der eine wird schwer verletzt, der andere stirbt.

Quizfrage: Wo ist das ganze passiert? Nein, nicht in Dresden. Leipzig auch nicht. Mit Anklam liegt man auch weit daneben. Es geht schlicht um Paris. Kennt ihr doch, dieses beschauliche Städtchen der Liebe(!) an der Seine. Hauptstadt des doch eigentlich zivilisierten Volkes der Franzosen. (Ich hab zugegebenermaßen auch nicht viele Berührungspunkte mit den Franzosen. Ich kann zwar Französisch, aber mit der Sprache hapert’s. Und Franzosen habe ich in meinem bisherigen Leben vielleicht drei kennengelernt.)

Und dort hat sich jetzt ein Ausbruch von Fremdenhass und nationalsozialistischer Gewalt ereignet. Eigentlich unvorstellbar.

Aber wenn ich ehrlich sein soll: Ich finde so etwas zwar auf der einen Seite beschämend für eine Nation wie Frankreich, vor allem wenn man zusätzlich noch die Vorstadtkriege (das waren doch schon Kriege, anders kann man die brennenden Autos in den Pariser Vororten nicht mehr nennen) berücksichtigt. Andererseits möchte ich jetzt eigentlich nicht mit dem Finger da hinüber zeigen. Und das nicht, weil Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg immer noch demütig um Gnade flehen statt das Wort erheben sollte (diese Meinung teile ich nicht), sondern weil es garantiert nicht mehr lange dauert, bis auch bei uns wieder gewalttätige Hooligans in den Schlagzeilen auftauchen.

Montag, 13. November 2006

Schöne Aussichten

Habt ihr’s gemerkt? In den Vereinigten Staaten (von vielen gerne nur kurz „Amerika“ genannt) gab’s kürzlich Wahlen. Senat und Kongress wurden neu bestimmt und dabei gab es erdrutschartige Änderungen in der Mischung aus den dort vorherrschenden Parteien der Demokraten und Republikanern. Erstere haben nämlich letzteren die Mehrheit entreißen können. Jetzt steht der republikanische Ober-Cowboy Schorsch Dabbelju mit dick Gegenwind auf absteigendem Posten.

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Montag, 6. November 2006

Rache ist süß?

Hurra, das Urteil ist gefällt: Tod durch den Strang. Innerhalb von 30 Tagen muss es vollstreckt werden, allerdings erst ab Ende des abschließenden Urteils gezählt, denn bei Todesurteilen kommt es automatisch zu Berufungsverfahren. Vielleicht reicht die Zeit ja, ein paar Hirne frei zu spülen.

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Donnerstag, 5. Oktober 2006

Schachmatt in einem Zug

In den Niederlanden werden mittlerweile flächendeckend Wahlcomputer eingesetzt. Falls jemand nicht weiß, was das sein soll: Statt auf einem Blatt Papier ein Kreuzchen zu machen, hält ein Wahlcomputer die Stimme des Wählers elektronisch fest. Dabei gilt es ein paar Dinge zu beachten — insbesondere sicherheitsrelevanter Natur — damit die Grundprinzipien demokratischer Rechtsstaatlichkeit gewahrt bleiben und Verfälschungen oder Manipulationen am Wahlergebnis ausgeschlossen werden.

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Donnerstag, 5. Oktober 2006

Es ist eine Tatsache, dass…

…in den Vereinigten Staaten die Dichte der merkbefreiten, lernresistenten und hirnamputierten Menschen besonders hoch ist.

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Mittwoch, 20. September 2006

Nichts als die Wahrheit

Sorry, aber jetzt muss ich doch mal ein wenig schmunzeln. Heute geht es um Ungarn. Genauer gesagt um die Aussage des Ungarischen Regierungschefs Ferenc Gyurcsany. „Ich lüge euch an, und das ist die Wahrheit!“ So oder so ähnlich ließe sich der Stein des Anstoßes, den Gyurcsany seinem Volk „ins Gesicht gesagt“ haben soll, auf den Punkt bringen.

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