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Kategorie: Ausland  

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Samstag, 16. Juni 2007

Du schonmal nicht

Schweizer Regierung beschließt heimliche Online-Durchsuchungen

Damit hat sich die Schweiz als Auswanderungsziel für politisch motivierte IT-Fachleute und Schäuble-Hasser quasi selbst disqualifiziert. Schade, im Vergleich mit Kanada oder Neuseeland hätte man dort die wenigsten Probleme gehabt, die Landessprache zu erlernen.

Montag, 11. Juni 2007

Werbeproblem

„US-Reiseindustrie will mit neuen Webseiten Besucherrückgang stoppen“ (dpa-Meldung, gefunden auf Heise Online am 3.2.2007):

Mit neuen internationalen Internetseiten will die US-Reiseindustrie den Rückgang bei den Besucherzahlen aus Übersee stoppen. […] Die Zahl der Touristen aus Übersee ist nach TIA-Angaben seit den Anschlägen am 11. September 2001 um 17 Prozent gesunken. Wieder mehr Urlauber aus dem Ausland zu gewinnen, werde auch helfen, das Image der USA insgesamt zu verbessern, […]

Keine Chance, Jungs. Siehe dazu eine Meldung auf Heise Online von gestern:

Der US-amerikanische Minister für Homeland Security, Michael Chertoff, hat schärfere Einreisebestimmungen für Europäer angekündigt. […] Reisende ohne Visum müssten sich danach 48 Stunden vor Abflug in den USA online registrieren und einen Fragebogen ausfüllen. Zur Begründung nannte Chertoff die drohende Gefahr durch islamistische Extremisten in Europa. […]

Ich hoffe nur, mein Chef verlangt nie eine Geschäftsreise in die USA von mir. Es könnte mich den Job kosten.

Dienstag, 22. Mai 2007

Fliegende Augen

Es ist noch gar nicht so lange her. Ich saß vor meinem Fernseher, das Programm war auf WDR eingestellt, es lief die Sendung „Hart aber Fair“. Darin ein Beitrag über eine englische Kleinstadt, Middlesborough, in der es mittlerweile völlig normal ist, bei unsozialen Verhaltensweisen von Kameras beobachtet und Lautsprechern zurechtgewiesen zu werden. 1984 ist ja auch schon lange vorbei und es wird Zeit, dass die Visionen Wirklichkeit werden.

Ich ließ also diese Bilder auf mich einwirken und starrte fassungslos in die Röhre. Da erklang wie aus weiter Ferne eine Stimme. Sie sagte zu mir: Lächle und sei froh, es könnte noch schlimmer kommen.

Und ich lächelte, und ich war froh. Und dann kam es schlimmer.

Freitag, 4. Mai 2007

Spiegel der Zeit

Ich bekomme ja sehr viel Spam. Derzeit so um die 600 Mails pro Tag, Tendenz nach wie vor steigend. Ich weiß ja nicht, wo da so der Rekord liegt, aber ich wage zu behaupten, dass ich mit diesen Zahlen schon in den oberen Ligen mit dabei bin. Das ist halt der Nachteil, wenn man eine E-Mail-Adresse hat und eigentlich nicht abgeben will, mit der man noch vor zehn Jahren nicht so zimperlich umgegangen ist und sie wo immer es ging veröffentlicht hat. (Dies übrigens nur als kleine Mahnung an die „Ich hab nix zu verbergen“-Fraktion.)

Die Nationalbibliothek des Vereinigten Königreichs, eine der weltweit größten Bibliotheken, mit Sitz in London, hat ein neues Projekt ins Leben gerufen: Das „E-Mail Britain“-Archiv. Jeder, der möchte, darf gesendete oder empfangene E-Mails an die Bibliothek übermitteln, um sie dort diesem Archiv hinzuzufügen. Auf die Art und Weise soll ein Abbild des zeitgenössischen Lebens eingefangen und für die Nachwelt festgehalten werden.

Ich hab auch schon überlegt, einen Teil meiner Schätze für die Nachwelt zu erhalten. Genug Material habe ich ja. Allein, man mag den Sinn des ganzen Unternehmens bezweifeln. Ich versuche mir gerade die Gesichter auszumalen, wenn in zehntausend Jahren jemand einen alten optischen Speicher ausgräbt, auf irgendeine unerfindliche Weise – man kann ja über die Intelligenz späterer Evolutionen nur Mutmaßungen anstellen – sogar herausfindet, wie die Daten ausgelesen und interpretiert werden müssen und dann in einer Readme-Datei den Hinweis finden, dass die gespeicherten Texte ein Abbild unserer Gesellschaft darstellen.

Der Mensch des Holozän wird für unsere Nachfahren demnach einen zu kleinen Penis haben, sich haupsächlich in Casinos beim Pokern rumtreiben, das erzockte Geld in dubiosen Papierfetzen anlegen und sich von kleinen blauen rautenförmigen Pillen ernähren.

Donnerstag, 26. April 2007

Klimawandel

Besondere Probleme brauchen findige Köpfe um sie zu lösen. Viele haben es kaum für möglich gehalten, aber der russische Staatpräsident Wladimir Putin hat die Lösung für die globale Klimaerwärmung gefunden und heute verkündet. Sein Ansatz: Er baut einfach den eisernen Vorhang wieder auf und reanimiert den Kalten Krieg.

Wie Tagesschau.de heute berichtet, will Putin den 1992 in Kraft getretenen KSE-Vertrag aussetzen, der gegen das Ungleichgewicht im Bereich konventioneller Waffen wirken sollte. Als Begründung gibt Putin an, dass auch von NATO-Seite der Vertrag noch nicht vollständig ratifiziert sei.

Auch wenn er anscheinend Recht haben mag, was die Begründung angeht, ist dieser Vorstoß für mich gleichbedeutend mit einer Abkühlung der Beziehungen Russlands zu den NATO-Staaten, einem Wiederaufbau des Eisernen Vorhangs. Man kann nur mutmaßen, dass der eigentliche Anlass die von den USA geplante Raketenabwehr in Polen und Tschechien ist. So rückt Europa nach den achtziger Jahren erneut in’s strategische Fadenkreuz der Großmächte zurück.

Außerdem schreibt Tagesschau.de:

Zudem warf Putin ausländischen Regierungen vor, sich mit Hilfe von Finanzleistungen in interne Angelegenheiten Russlands einzumischen. Einzelne Länder nannte er nicht, die Regierung hat aber wiederholt den USA vorgeworfen, demokratisch orientierte Gruppen in Russland finanziell zu unterstützen.

Na sowas! Wie kann man nur? Demokratie-Befürwortern einfach so die Golddukaten in den Hintern blasen! Wo kämen wir denn da hin, wenn das jeder machen würde? Schließlich müssen sogar deutsche Bürgerrechtler auf sich allein gestellt zusehen, wie sie ihre Aktionen gegen die zunehmende Überwachung und für mehr demokratische Freiheit finanziert bekommen.

Montag, 16. April 2007

Killerspiel, next Level

Heißa, wieder ist ein Spinner ausgerastet. Nach letzten Eilmeldungen sind in den USA in einem Wohnheim der Universität von Blacksburg im Bundesstaat Virginia mindestens 20 Menschen bei einem Amoklauf ums Leben gekommen.

Nach unbestätigten Gerüchten haben die Polizisten als erstes den PC des mutmaßlichen Täters beschlagnahmt und ich würde mich nicht wundern, wenn sie auf seiner Festplatte Killerspiele wie „Super Mario Bros.“, „Pacman“, „Die Sims 2“, „Anno 1703“ und „Pong“ gefunden hätten. „Counterstrike“ und Konsorten war bestimmt auch darauf, aber das hat ja jeder Student auf seinem Rechner…

Oder könnten die Politiker und die Medien gerade die letzte, unbedeutende Tatsache mal wieder zum Anlass nehmen, gegen das erneut zu wettern, was hierzulande als „Killerspiele“ tituliert wird?

Freitag, 6. April 2007

Der nächste Schritt

Wolfgang Schäuble rollt vor Gram. Er kann einfach nicht verwinden, dass die Briten bei der Inneren Sicherheit einfach viel weiter sind als wir: Lückenlos videoüberwachter öffentlicher Raum, der demnächst von den Observisten per Lautsprecher mit Ermahnungen beschallt werden kann. (Manchmal fühlt man sich in einen schlechten Science-Fiction-Film aus den Achtzigern versetzt.)

Also kontert Schäuble, um den Vorsprung wieder wettzumachen, nennt die Dinge nicht beim Namen („die Thommys“), sondern spricht diffus von „Terroristen“ und „Kinderschändern“ (obwohl er bei letzteren in erster Linie „nur“ die Konsumenten von Pädophilen-Videos meint, aber nicht deren Produzenten), und fordert mittlerweile offen heraus Grundgesetzänderungen, um Biometriedatenbanken und Onlinedurchsuchungen von Privat-PCs durchsetzen zu können.

Das widerum können die Briten nicht auf sich sitzen lassen. Nach dem Motto „Wer hat am schnellsten Orwells Visionen in die Tat umgesetzt“ wird dort derzeit tatsächlich der erste Schritt in Richtung Gedankenpolizei unternommen.

Genauer gesagt: In Zukunft sollen dort Maschinen darüber entscheiden, ob Sozialhilfeempfänger am Telefon lügen. Mindestens jeder, der schon einmal mit dem Kundendienst seinen Telekommunikationsdienstleisters sprechen wollte, kennt ja mittlerweile diese unsäglichen Sprachcomputer, denen man Omas Rezept für Königsberger Klopse vorlesen muss, damit die Spracherkennung endlich entnervt aufgibt und zum lang ersehnten persönlichen und leibhaftigen Kundenberater weitervermittelt (für den man dann mindestens dreißig Minuten lang eine 30-Sekunden-Endlosschleife von Tokio Hotel oder ähnlichem Hörsturz-verursachenden Gedudel ertragen muss). So ein Sprachcomputer soll in Großbritannien demnächst die Sozialhilfe empfangenden Anrufer abpassen und mit ein paar unverfänglichen Fragen bombardieren, die dem Computer ermöglichen sollen, die Charakteristik der Stimme zu erfassen. Gibt es dann Abweichungen bei den heiklen Fragen, die über die Zuteilung und die Höhe von Sozialleistungen entscheiden, wird der Anrufer intern – und womöglich noch ohne, dass er je davon erfährt – wie ein Lügner behandelt und automatisch mit einem Bearbeiter verbunden, der auf Betrugsfälle spezialisiert ist.

Der dickste Hammer zu dieser Meldung ist aber erst, dass die Entwickler dieser Lügendetektorsoftware davon ausgehen, dass man bei Betrügereien mehr das Hirn beziehungsweise bestimmte Regionen darin anstrengen muss, was sich auf gewisse Weise auf die Stimme niederschlagen soll.

Im Klartext heißt das also: Besonders gefährdet, von Vater Staat als Lügner und Betrüger hingestellt zu werden, sind diejenigen, die nicht einfach planlos und bar jeder Intelligenz jedweden sprachlichen Durchfall von sich geben, sondern vor allem diejenigen, die beim Sprechen noch das Oberstübchen bemühen und eine – wie man so schön sagt – überlegte Ausdrucksweise verwenden.

Da seh ich schon Wolfgang wie einen Irren durch sein Büro rollen und krakeelen: „Haben will! Haben will! Haben will!“ Könnte man doch mit dieser Technologie die kritischen Denker in diesem Staat vollautomatisch als notorische Lügner diskreditieren und – in einem möglichen nachfolgenden Schritt – das Denken oder zumindest das „Andersdenken“ zu einer Straftat erheben.

Na, hoffentlich habe ich uns Wolfgang da nicht auf dumme Ideen gebracht…

Donnerstag, 22. März 2007

Schon wieder einer

Wie ich es hasse, immer Recht zu behalten

Mittwoch, 14. März 2007

Toleranski

Ich kann mich an meinen Sexualkundeunterricht in der Schule kaum erinnern. Das mag in erster Linie daran liegen, dass ich im außerschulischen Leben einfach viel mehr zu diesem Thema „gelernt“ habe als mir meine Biologie-Lehrer jemals hätten beibringen können. Ich erinnere mich jedoch, dass AIDS während meiner Schulzeit gerade ein Thema wurde und vor allem während der Oberstufenzeit das Safer-Sex-Konzept in den Vordergrund gerückt wurde.

Es gab bei weitem nicht so viele Homosexuelle wie heute… Nein, falsch. Es gab bei weitem nicht so viele, die sich als Homosexuelle geoutet haben, wie heute. Aber in dieser Zeit wurde ein Großteil dessen eingeläutet, was uns heute einen offeneren Umgang mit der Thematik ermöglicht, so dass auch gestandene Politiker sich öffentlich zu ihrer „Andersartigkeit“ bekennen können, ohne dabei gleich ihre Karriere aufgeben zu müssen. Ich finde das gut.

Roman Giertych nicht. Roman Giertych ist Bildungsminister in Polen. Und es ist ihm ein dermaßen großer Dorn im Auge, dass es so etwas wie gleichgeschlechtliche Liebe (insbesondere die auf körperlicher Ebene) gibt, dass er sich in den letzten Tagen in sein stilles Kämmerlein gesetzt und ein Gesetz aufgeschrieben hat, das den Homosexuellen – zumindest denen im Staatsdienst – den Garaus machen soll.

Wenn auf einem Plakat einer AIDS-Aufklärungskampagne zwei Männer zu sehen sind, die sich küssen, sprich Herr Giertych von „homosexueller Propaganda“. Sieht das polnische Familienbild in Gefahr, welches doch laut polnischer Verfassung vom Staat geschützt werden soll, und sich selbst aus diesem Grund in der Pflicht, das Thema Homosexualität vor allem aus den Schulen zu verbannen, wo die leicht zu beeinflussenden Jugendlichen für „homosexuelle Agitation anfällig sein könnten“. „Hier haben wir die Anleitung dafür, wie Homosexuelle Sex treiben.“ Der Unterton ist deutlich herauszulesen; als sei es das Widerlichste der Welt, auf einer Stufe mit Raub, Vergewaltigung oder gar Mord.

Wird Giertych sich durchsetzen können – und nach polnischen Beobachtern spricht vieles für die erforderliche Mehrheit im polnischen Parlament – werden in Zukunft an den Schulen alle Publikationen und sämtliches Aufklärungsmaterial über homosexuelle Beziehungen unter Strafe gestellt. Lehrer, die versuchen, ihre Schüler gesundheitlich aufzuklären und dabei auch Homosexualität thematisieren, sollen entlassen werden dürfen. (Warum nicht gleich gehängt?) Als könne man Homosexualität komplett auslöschen, wenn man sie wegtabuisiert.

Das wird aber nicht funktionieren. Das sagt allein der gesunde Menschenverstand. Genausowenig wie Gesetze Straftaten verhindern, wird er Polen mit seinen Ideen komplett heterosexuell machen können – auch, wenn das jetzt ein ziemlich beknackter Vergleich ist. Er wird es aber schaffen, dass homosexuell veranlagte Jugendliche mit ihren Problemen zukünftig alleine dastehen werden. Aufklärung Fehlanzeige. Aufzeigen gesundheitlicher Risiken Fehlanzeige.

Während hierzulande gerade in diesen Tagen wieder vermehrt das Thema AIDS-Aufklärung in den Fokus rückt und demnächst wieder vermehrt in die Öffentlichkeit getragen werden soll, plant Polen den Schritt in das Mittelalter. Ich bin mal gespannt, was die polnischen Politiker sagen, wenn die doch ach so schutzbedürftigen polnischen Familien mittel- bis langfristig ausgedünnt werden, weil Familienväter mit homo- oder bisexueller Neigung dem HIV-Virus wie die Fliegen zum Opfer fallen.

Wenn Giertych bei diesem Thema im selben Atemzug davon spricht, er sei für Toleranz, wirkt das ganze nur noch wie absurdes Kasperletheater. Aber seit dem deutsch-polnischen Kartoffel-Eklat wundert mich bei dem Staat jenseits der Oder überhaupt nichts mehr…

Samstag, 3. Februar 2007

Die Spinner von Catania

Und schon wieder hat es randalierende Fußballfans gegeben. Nein, falsch. Das klingt alles viel zu harmlos. Das war kein Randalieren mehr – von „Fans“ ganz zu schweigen! Das war Mord und Totschlag! Ja, sag mal, sind die noch ganz bei Sinnen?

Haben denn die Angriffe deutscher Hooligans auf Daniel Nivel vor mittlerweile achteinhalb Jahren und deren Folgen nicht schon gereicht? Nein, jetzt muss auch noch ein Polizist mit dem Leben bezahlen, weil ein paar italienische Hirnamputierte, die sich zu Unrecht Fußballfans schimpfen, mit ihrem Erbsenhirn den „Kampf auf dem Platz“ nicht von „Krieg auf der Straße“ unterscheiden können. Naja, wie denn auch mit einem IQ von knapp unter 6? Jedes Brot hat einen höheren Intelligenzquotienten, damit es irgendwann schimmeln kann. Oder, um es stilgerechter zu formulieren (denn das Ganze fand in der italienischen Stadt Catania statt): Eine Spaghetti braucht einen IQ von 9, damit die Tomatensoße an ihr haften bleibt.

Erstliga-Fußball in Italien ist jetzt erstmal abgesagt. Ob der Verantwortliche noch gefasst wird und ob die gewalttätigen Arschlöcher jemals aussterben werden… Die Hoffnung stirbt zuletzt.

P.S.: Ohne über mein Profil meine anderen bei Blogger gehosteten Weblogs gesehen zu haben: Kann man dem Titel dieses Beitrag ansehen, dass ich ein Spieler bin (Gesellschafts-, also Brett- und Kartenspieler, wohlgemerkt!)? Falls nicht, ist das vielleicht ist auch besser so, denn mit Klaus Teuber oder dem Kosmos-Verlag will ich mich hier nun wirklich nicht anlegen.

Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: