Sonntag, 23. Dezember 2007
Moderner Pranger
Wohin die um sich greifende Datensammelwut uns bringt, wird uns durch immer neue Beispiele aus unserem Alltag vor Augen geführt. Gesellschaftlich etabliert hat sich dabei anscheinend in der letzten Zeit eine moderne Form des Folterwerkzeugs namens „Pranger“.
So wurde jetzt auf Heise Online berichtet, dass in den USA eine Datenbank mit den Daten von Lehrern, die wegen diverser Vergehen schon einmal Disziplinarstrafen aufgebrummt bekommen hatten, an eine Zeitung verkauft wurde – welche sie auch prompt ins Web setzte.
Ein Portal für Schüler, wo diese ihrer Lehrer nach unterschiedlichen Kriterien bewerten können – wovon einige zugegebenermaßen eher zweifelhafter Natur sind – ist eine Sache, aber eine online auf der ganzen Welt einzusehende Datenbank über reale Verfehlungen von Lehrern eine ganz andere. Es dauert nicht lange, bis ein Lehrer von dieser Liste Opfer eines weiteren Falles von Selbstjustiz werden wird.
Nach der Veröffentlichung einer Datenbank mit Sexualstraftätern gab es immerhin schon eines.
Mal sehen, wann bei uns solche Datenbanken verkauft und veröffentlicht werden. Bei der Online-Durchsuchung sind wir ja schon fast und die Vorratsdatenspeicherung tritt voraussichtlich nächste Woche Dienstag in Kraft. Ich freu mich schon so richtig.





