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Archiv: Juni 2007  

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Dienstag, 5. Juni 2007

Das Neueste und Modernste

Ich lese gerade einen Artikel über Programmiertechniken, verfasst von meinem Lieblingsautor, was solche technischen Publikationen angeht. Er schreibt darin:

The idea that the newest and latest technology must, by definition, be the best solution to a problem is prevalent in our industry. This idea is wrong.*

Manchmal wünschte ich mir, es würden viel mehr Leute aus meinem näheren und auch weiteren Umfeld Dan Applemans Abhandlungen lesen und, vor allem auch, ihren Sinn verstehen.

*) Die Vorstellung, dass die neueste und modernste Technologie per Definition die beste Lösung zu einem Problem ist, ist in unserer Branche weit verbreitet. Diese Vorstellung ist falsch.

Samstag, 2. Juni 2007

Verfassungsfeind

Darf man von Schäuble behaupten, er sei ein Verfassungsfeind?

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble will demnächst einen Gesetzentwurf vorlegen, der dem Bundeskriminalamt heimliche Online-Durchsuchungen ermöglichen soll. […] Um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, schlage er vor, für die Online-Razzien das Grundgesetz zu ändern.

So steht’s auf Tagesschau.de. Macht euch selbst ein Bild: Wie soll man jemanden einordnen, der unbedingt ein Gesetz durchdrücken will, mit dem private Festplatten beliebiger Personen ohne Richtervorbehalt ausgespäht werden dürfen, dazu aber unsere Grundrechte „verbiegen“ muss, und das auch noch so offen zugibt und ankündigt?

Ich finde so etwas einen Schlag ins Gesicht für jeden, dem Schäuble weiszumachen versucht, er „achte und respektiere unsere Verfassung“. Wer meint, unsere Grundrechte schränkten seine Machtspielchen zu sehr ein, und vorhat, sie darum für seine Zwecke durch „Erweiterungen“ hintenrum zu beschneiden, ist in meinen Augen nichts anderes als ein Feind unserer Verfassung.

Samstag, 2. Juni 2007

Das geht selbst uns zu weit

Ich bin ja schon froh, dass das ganze nur ein Fake war.

Und das nachträgliche Gezeter von den Leuten, die sich haben verarschen lassen, die jetzt nicht mehr über das Verlosen von Nieren lamentieren können, sondern sich daran aufbringen müssen, dass man mit solch einer Aktion um Aufmerksamkeit buhlen musste, fällt mir ehrlich gesagt noch mehr auf den Wecker.

Die Welt, in der wir leben, giert doch förmlich nach immer neuen Sensationen. Wenn dann zum Tag der Organspende sich jemand vor eine Kamera setzt und ein paar nette Worte sagt oder gar nur über Nachrichtensendungen eine Pressemitteilung verlautbaren lässt – wer kriegt das dann schon mit?

Der Weg, den der niederländische Sender mit seiner Show gegangen ist, war genau richtig. Es waren alle eingeweiht, es wurde keine wirklich todkranke Person präsentiert, und es wurde schon gar keine Niere gewonnen. Was wurde andererseits erreicht? Das Thema Organspende ist heute – am Tag der Organspende – mehr denn je in aller Munde. So viel Publicity hatte der Tag noch nie. Ich wette sogar, dass vorher kaum einer wusste, dass jeder erste Juni-Samstag so ein Tag ist (mich übrigens eingeschlossen).

Aber noch etwas hat die ganze Aktion gezeigt: Es ist erschreckend, wie viele Leute tatsächlich bis zum Schluss geglaubt haben, dass die Show und deren Absicht echt gewesen wäre. Aber auch da kann der Sender nichts für. Im Gegenteil: Vielleicht war es in der heutigen Zeit mal nötig, uns diesen Spiegel derart drastisch vorzuhalten.

Bleibt schlussendlich nur noch eine Frage offen: Wann kommt die Show, in der das ganze zum Ende nicht als Finte aufgelöst werden wird?

Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: