Haus-Icon

Archiv: Mai 2007  

Fundstücke

Blogrolle

Andere

Egoload - Analytischer Denker

TopBlogs.de

bloggerei.de - deutsches Blogverzeichnis

Add to Technorati Favorites

Dienstag, 8. Mai 2007

Große Klappe

„Deutschland gehört zu den sichersten Ländern der Welt.“

Sollte man eigentlich annehmen, dieser Satz stamme aus dem Munde oder der Feder eines Überwachungsgegners, der unseren Innenminister davon zu überzeugen versuchte, sein ganzer Überwachungsmumpitz sei doch gar nicht notwendig, wird man überraschenderweise und völlig fassungslos gewahr, dass diese Aussage aus Wolfgang Schäubles Geist höchstselbst entsprungen und seinem Mund entkommen ist.

Was tut dieser Mann? Ist er schon so senil, dass er eine schon gegebene scheinbar absolute Sicherheit noch absoluter machen will? Das kann ich mir nicht vorstellen. Auch wenn ich und manch anderer ihm gerne einen Sprung in der Schüssel andichten würden – ein Mensch, der aufgrund eines Attentats im Rollstuhl sitzt und wie ein Klapsmühleninsasse demenzverseucht vor sich hin vegetiert, könnte gar nicht erst Innenminister werden. Auch nicht, wenn er Wolfgang Schäuble hieße.

Dennoch wirkt die Aussage im Hinblick auf seinen geplanten „Schäuble-Katalog“ absurd, schizophren: „Wozu dann noch mehr Überwachung?“, möchte man angesichts dieser selbst im Innenministerium bekannten und von dort kommunizierten Erkenntnis fragen.

Nun, eigentlich ist es doch offensichtlich. Die Bemühungen treten derzeit auf der Stelle. Der Gegenwind, mittlerweile auch aus den Reihen des Koalitionspartners, wird stärker. Es fehlt ein Schlüsselereignis. Sowas wie 9/11. Sowas wie die Madrider U-Bahn. Sowas wie zerfetzte Routemaster. Sowas wie Kofferbomben in Regionalzügen.

Es gibt ein ungeschriebenes Gesetz. Das gilt auch und insbesondere in der Welt der Computer. Wenn du willst, dass etwas passiert, behaupte, dass es nicht geht. Klappt immer. Die einfachste Variante dieser Faustregel beherrschen sogar schon die Kindergartenkinder. „Traust dich sowieso nicht! Traust dich sowieso nicht!“, ruft man sich da gegenseitig zu, um den anderen dazu zu bringen, etwas zu tun, was von der Obrigkeit (in diesem Fall den Erzieherinnen) garantiert bestraft wird, wozu man sich selbst aber garantiert auch nicht traut.

Auch in der Erwachsenenwelt klappt das: Wenn Microsoft behauptet, der neue Internet Explorer sei sicher, dauert es keine 24 Stunden bis jemand die erste Lücke präsentiert (oder sogar ausnutzt). Wenn Google behauptet, das Ranking von Seiten könne nicht manipuliert werden, haben findige Hacker eine Woche später wie zum Gegenbeweis eine völlig bedeutungslose Pr0n-Seite ganz nach oben gepusht. Oder noch dramatischer: Behauptet ein hochrangiger israelischer Politiker, man habe die Situation in den besetzten Gebieten aber sowas von unter Kontrolle, dauert es nur wenige Tage, bis ein palästinensischer Selbstmordattentäter ihm das Gegenteil beweist.

Nunja, und wenn ein Innenminister will, dass er wieder einen Anlass präsentieren kann, um die Sicherheitsgesetze dieses Landes zu verschärfen und die Überwachung der eigenen Bevölkerung auszuweiten, dann behauptet er eben, Deutschland sei das sicherste Land der Welt. So einfach ist das.

Montag, 7. Mai 2007

Schwer überlegen

Unser SparkassenBundespräsident macht sich ja derzeit Gedanken darüber, ob man Ex-RAF-Terrorist Christian Klar wieder auf die Menschheit loslassen darf, ob er ihn also begnadigen solle. Dieses Recht, Gnade walten zu lassen, ist – abgesehen vielleicht von Gott, welchen Namen auch immer er haben mag – ausschließlich unserem Bundespräsidenten vorbehalten.

Die Regierung entscheidet nicht darüber. Der Bundestag entscheidet nicht darüber. Der Bundesrat entscheidet nicht darüber. Und das hundsgemeine Volk schon gar nicht.

Es gibt aber Leute, denen das nicht passt. Leute, die eigentlich unseren Gesetzen auf besondere Weise verpflichtet sind, da sie doch als Vertreter unseres Volkes in ihr Amt gewählt wurden. Aber wir erleben es ja in jüngerer Vergangenheit häufiger, dass die Gesetze zunehmend lediglich als „grobe Richtlinien“ interpretiert werden. Siehe zum Beispiel Schilys Dienstanweisung zu den von Schäuble trotz Kenntnis der Unrechtmäßigkeit weiterhin geduldeten Online-Durchsuchungen durch das BKA.

Da verwundert es nicht, dass jetzt ein paar der Volksvertreter ihre guten Manieren vergessen und meinen, Herrn Köhler mal wieder Vorschriften machen zu dürfen. Natürlich dürfen sie nicht direkt. So doof sind sie ja nicht, die Damen und Herren Abgeordneten. Aber man könnte ja mal, so wie das vor allem von Sizilien bekannt ist, ein paar Anmerkungen zu zukünftigen Ereignissen fallen lassen. An Stammtischen und in Volkssprache nennt man so etwas schlicht Drohung. Einige Wenige sprechen ganz einfach von Erpressung.

Nur mal so zur Veranschaulichung: Da wird gedroht, Herrn Köhler bei der nächsten Wahl zum Bundespräsidenten einfach nicht mehr zu wählen. Oder es wird die Möglichkeit diskutiert, eine mögliche Begnadigung einfach nicht gegenzeichnen zu lassen, mit Verweis auf die von Köhler kassierten Gesetze, die dieser wegen der offensichtlichen Verfassungsfeindlichkeit nicht unterzeichnet hatte.

Und dann wundere ich mich über die Diskussion zum Thema Kinderbetreuung, während der derzeit größte Kindergarten der Republik vier Türmchen und eine Glaskuppel hat.

Update 15:50 Uhr: Horst Köhler hat entschieden und dem Gnadengesuch von Christian Klar (und dem von Birgit Hogefeld) nicht entsprochen. Wie auf Spreeblick und in den dortigen Kommentaren ersichtlich, haben die den Bundespräsidenten zu beeinflussen versuchenden Politiker nicht gerade dafür gesorgt, dass die Entscheidung als unabhängig angesehen werden kann.

Freitag, 4. Mai 2007

Spiegel der Zeit

Ich bekomme ja sehr viel Spam. Derzeit so um die 600 Mails pro Tag, Tendenz nach wie vor steigend. Ich weiß ja nicht, wo da so der Rekord liegt, aber ich wage zu behaupten, dass ich mit diesen Zahlen schon in den oberen Ligen mit dabei bin. Das ist halt der Nachteil, wenn man eine E-Mail-Adresse hat und eigentlich nicht abgeben will, mit der man noch vor zehn Jahren nicht so zimperlich umgegangen ist und sie wo immer es ging veröffentlicht hat. (Dies übrigens nur als kleine Mahnung an die „Ich hab nix zu verbergen“-Fraktion.)

Die Nationalbibliothek des Vereinigten Königreichs, eine der weltweit größten Bibliotheken, mit Sitz in London, hat ein neues Projekt ins Leben gerufen: Das „E-Mail Britain“-Archiv. Jeder, der möchte, darf gesendete oder empfangene E-Mails an die Bibliothek übermitteln, um sie dort diesem Archiv hinzuzufügen. Auf die Art und Weise soll ein Abbild des zeitgenössischen Lebens eingefangen und für die Nachwelt festgehalten werden.

Ich hab auch schon überlegt, einen Teil meiner Schätze für die Nachwelt zu erhalten. Genug Material habe ich ja. Allein, man mag den Sinn des ganzen Unternehmens bezweifeln. Ich versuche mir gerade die Gesichter auszumalen, wenn in zehntausend Jahren jemand einen alten optischen Speicher ausgräbt, auf irgendeine unerfindliche Weise – man kann ja über die Intelligenz späterer Evolutionen nur Mutmaßungen anstellen – sogar herausfindet, wie die Daten ausgelesen und interpretiert werden müssen und dann in einer Readme-Datei den Hinweis finden, dass die gespeicherten Texte ein Abbild unserer Gesellschaft darstellen.

Der Mensch des Holozän wird für unsere Nachfahren demnach einen zu kleinen Penis haben, sich haupsächlich in Casinos beim Pokern rumtreiben, das erzockte Geld in dubiosen Papierfetzen anlegen und sich von kleinen blauen rautenförmigen Pillen ernähren.

Freitag, 4. Mai 2007

Sprachtest im Landtag

Na, kanner denn schon sprechen, der Kleine?

Jugendminister Armin Laschet (CDU) sagte, er sei stolz, dass NRW als erstes Bundesland verbindliche Sprachtests eingeführt habe. […] Laschet verteidigte den Test und betonte, dass bislang noch kein Kind durchgefallen sei.

Ja, wie jetzt? Kind? Dürfen denn schon Kinder in den Landtag von Nordrhein-Westfalen? Na, dann wundert mich nix mehr. Oder wie würdet ihr diese Überschrift der Nachrichtenmeldung auf wdr.de verstehen?

Sprachtests im Landtag

Donnerstag, 3. Mai 2007

Griff ins Klo

Das Urheberrecht treibt zuweilen bizarre Blüten. Erst recht, wenn ein Kopierschutz im Spiel ist, der auf Geheimhaltung beruht. Dass solche geheimen Informationen nicht lange diesen Status behalten, hätten die Bonzen der MAFIA („Music and Film Industry Association“™) schon beim Thema DVD bemerken müssen, als schon nach kurzer Zeit der so genannte CSS-Schlüssel wild kursierte, der zum Verschlüsseln von DVD-Inhalten in der Format-Spezifikation festgeschrieben wurde.

Zurzeit will die Industrie, die uns mit so tollen Werbebotschaften wie „Raubkopierer sind Verbrecher“ bedenkt, die man auf handelsüblichen DVD-Playern nicht überspringen kann, und die kackfrech und fälschlicherweise suggerieren, ein Gelegenheits-Konsument von illegal kopierten Inhalten bekäme grundsätzlich fünf Jahre schwedische Gardinen, uns ein neues Format aufschwatzen. HD sei Dank, diesem tollen neuen Hype, der seit der letzten Fußball-WM (oh, sorry, ich muss ja „FIFA WM 2006™“ schreiben, sonst riskier ich ne Abmahnung) um sich gegriffen hat wie die Pest im Mittelalter (und das, wo doch noch kaum ein Gerät wirklich „Full HD“ beherrscht). Meine jüngsten Feldforschungen haben gezeigt, dass der ortsansässige Blödmarkt nicht ein echtes HD-Gerät in der Ausstellung hatte. Alle hatten nur lächerliche 768 Zeilen. Dabei weiß doch jedes Kind, dass HD unter 1080 Bildzeilen gar nicht erst anfängt.

So fehlt mir auch ein bisschen der Vergleich, denn wenn ich vor so einem 768-Zeilen-LCD-Frühstückstablett stehe, fällt es mir sehr schwer bis gar unmöglich, irgendeinen Unterschied zu der Brillanz meiner 100-Hertz-80-Zentimenter-Röhre, gefüttert mit einem Original-DVD-RGB-Strom, zu erkennen. Dass da jetzt die so genannten HD DVDs oder auch die BluRay-Discs der handelsüblichen DVD das Wasser abgraben sollen, bereitet mir daher ein bisschen Bauchschmerzen, bedeutet das Ganze doch, dass ich auf absehbare Zeit meinen Film-Nachschub nur noch auf HD-Medien bekomme, für die ich ein neues Abspielgerät brauchen werde (das ich zu dem Zeitpunkt garantiert noch nicht für 30 Euro beim nächsten Supermarkt kaufen kann), und die auch nicht für fünf bis zehn Euro verramscht werden, nachdem sie sechs Monate lang für 25 Euro keiner haben wollte.

Gerade die HD DVD hat da aber so einige Problemchen, was ihren Kopierschutz angeht. Der ist nämlich schon geknackt, noch bevor sich das Format am Markt überhaupt richtig bemerkbar gemacht hat. Aber nicht alles, was laut Gesetz böse ist, ist schlecht. Man denke an die vielen PC-Besitzer, die sich von Windows frei gemacht haben und einem Apfel nichts abgewinnen können oder aus irgendwelchen anderen Gründen bei Linux gelandet sind. Linux ist nämlich ein Betriebssystem, dessen Programmcode per Definition offen ist. Jeder kann ihn lesen. Jeder – naja, sagen wir fast jeder – kann daran mitschreiben. Und aus diesem Grund darf der Schlüssel, mit dem HD DVDs auf Computern abspielbar gemacht werden können, in Linux nicht hineinprogrammiert werden. Nicht offiziell zumindest.

Es gibt allerdings ein paar Tools für Linux, die können trotzdem HD DVDs dekodieren. Man muss sie nur mit besagtem Schlüssel füttern. Nur… wie kommt man da ran? Dazu gibt’s doch das Internet.

Dort gibt’s auch einen Dienst namens „Digg“. Zumindest gibt es ihn noch. Dort kann man nach einem einfachen Schema, ganz nach Web-2.0-Manier, Links auf besonders lesenswerte Seiten mit einem Kommentar melden. Besonders häufig genannte Adressen erscheinen dann bei Digg.com auf der ersten Seite. So eine Art Sammelstelle für die beliebtesten Bookmarks, wenn man so will. Dort tauchte eben jener HD-DVD-Schlüssel auf, und das gefiel den Filmemachern gar nicht. Also drohten sie mit juristischen Konsequenzen, falls Digg.com die entsprechenden Einträge nicht entferne. Also gab Digg.com klein bei und machte, was Gott die MAFIA ihnen sagte.

Das wiederum gefiel den Nutzern von Digg.com überhaupt nicht. Link-Zensur, wo käme man denn da hin? Es brach eine Welle der Entrüstung los. Und damit ist wirklich eine Welle gemeint. Eine Welle, die sich in Form von einer Schwemme von Links manifestierte, die entsprechenden Code beinhaltete. Der Fall machte die Runde durch etliche Blogs und Foren, wo als Reaktion ebenfalls fleißig Kommentare auftauchten, die diesen Code enthielten. Mittlerweile gibt es wohl kaum eine Stelle im Netz, wo die aus 16 Hexadezimalzahlen bestehende Ziffernfolge nicht zu bestaunen wäre. (Na gut, hier vielleicht, aber ich bin auch ein Schiss-Hase.) Selbst digg.com hat sich mittlerweile dem Willen seiner Nutzer gebeugt und das Löschen solcher Einträge mittlerweile eingestellt, ganz nach dem Motto: Wir haben verstanden. Wir können zwar dabei draufgehen, aber das isses uns wert.

Mit ihrer Bann-Aktion hat die Content-Industrie sich also selbst ins Knie gefickt. Statt ihr eigentliches Ziel zu erreichen, den Code möglichst im ewigen Datennirvana verschwinden zu lassen, ist er nun für jeden halbwegs intelligenten Internet-Benutzer maximal zwei Klicks vom nächsten Einwahlknoten entfernt aufzufinden.

Aber vielleicht war das ja Absicht? So ganz nach dem Motto: Auch schlechte Publicity ist immerhin Publicity. Und irgendwie muss man ja dem Konkurrenten BluRay den Schneid abkaufen. Oder?

Dienstag, 1. Mai 2007

Gegen Terror-Ehen

Das Thema Überwachung wird immer abstruser und kaum einer merkt’s. Nach einem Bericht auf Heise Online hat das Oberverwaltungsgericht Hamburg am 25. April die Video- und GPS-Überwachung eines Ehepaares für unzulässig erklärt, die die Hamburger Ausländerbehörde anordnen ließ, um eine mögliche Schein-Ehe aufzudecken.

Das Gericht sah dabei eindeutig die Artikel 1 und 2 unseres Grundgesetzes (Allgemeines Persönlichkeitsrecht, Recht auf informationelle Selbstbestimmung (Datenschutz)) verletzt.

Merkt ihr was? Verfassungswidrige Ermittlungsmethoden, angetrieben durch den immer mehr um sich greifenden und von 70 Prozent der Bundesbürger, die ja angeblich nix zu verbergen haben*, befürworteten Überwachungswahn, der uns doch angeblich vor dem Terror dieser Welt schützen soll.

Vielleicht habe ich ja gepennt, als in der Schule im Politikunterricht erklärt wurde, warum eine nicht nachzuweisende Schein-Ehe ein Akt des Terrors sein soll. Wer weiß das schon so genau?

*) Dazu muss ich dann doch gleich wieder ein Anekdötchen erzählen, das mir vor kurzem widerfahren ist. Ich werde auch Persönlichkeitsrechte wahren und keinen Namen nennen, obwohl ich genau weiß, dass die Person, um die es hier geht, garantiert nie in dieses Blog stolpern wird – und wenn doch, wird derjenige nach dem zweiten Artikel den Browser wieder fluchtartig schließen (so viel zum Thema Zielgruppenproblematik).

Über unsere Tochter haben wir eine andere kleine Familie kennengelernt (was ja zwangsläufig so kommt) bei der ich letzte Woche wieder kurz zu Besuch war, weil meine Tochter dort länger zu Besuch war und abgeholt werden sollte. Während ich also wartete, während meine Tochter sich Schuhe und Jacke anzog, was erfahrungsgemäß schonmal dauern kann, unterhielten wir uns so über unsere Jobs und nebenher lief im Fernsehen irgend so eine Privatsender-Nachrichtensendung. Von dort schwemmten plötzlich Bilder ins Wohnzimmer mit Hundertschaften von Polizisten, die in Baden-Württemberg Straßensperren errichteten und mit der Waffe im Anschlag oder der Hand am Halfter Fahrzeugführer auf der Suche nach dem Mörder dieser bedauernswerten jungen Bereitschaftspolizistin überprüften.

Ohne zu dieser Geschichte mit dem Polizistinnenmord jetzt eine Meinung manifestieren zu wollen, ließ ich geistesabwesend eine Bemerkung über diese Übermacht von P10s fallen, woraufhin aus Richtung des Vaters der Spruch kam: „Ich hab kein Problem damit, wenn es unserer Sicherheit dient.“ Da war es, das Stichwort. Wie ein pawlowscher Reflex entwich mir dann: „Und du hast doch bestimmt auch nichts zu verbergen?“ Das war ein Fehler.

Ich durfte mir einen Fünf-Minuten-Monolog über seine untadelige Vergangenheit anhören. Ein leeres polizeiliches Führungszeugnis (hab ich auch, aber ich weiß auch, wieviel das wert ist), keine Leiche im Keller, nie Steuerhinterziehung, immer lieb und brav. Wie gesagt: Ich wollte nur meine Tochter abholen und hatte gar kein Bock auf Grundsatzdiskussionen. Ich merkte nur kurz an, dass es ja am Ende gar nicht seine Entscheidung sei, ob er was zu verbergen habe, aber das war zu tiefgründig für ihn. Ich erntete nur Staatshörigkeit par excellence. Also forcierte ich den Aufbruch und ließ das Thema auf sich beruhen.

Ich habe ihn in diesem Zusammenhang nicht auf sein DVD-Regal aufmerksam gemacht, aus dem mich schätzungsweise 90 Prozent selbstgespritzte Tinten-Cover-Rücken anblitzten. Ich bin einfach nicht schlagfertig genug. Andererseits, ich hätte schon gerne mal wieder gesehen, wie ein Gesicht weiß wird, wenn ich mit einem Wink auf dieses Regal von Schäubles Online-Durchsuchung anfange. Aber wahrscheinlich hätte er den Zusammenhang nicht einmal kapiert.

Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: