Haus-Icon

Artikel: Einfach machen  

Fundstücke

Blogrolle

Andere

Egoload - Analytischer Denker

TopBlogs.de

bloggerei.de - deutsches Blogverzeichnis

Add to Technorati Favorites

Mittwoch, 23. Mai 2007

Einfach machen

Was so ein Filmchen alles bewegen kann. Erstaunlich.

Ich hatte ja auch schon zwei Mal Bezug auf die Thematik genommen. Seitdem letzte Woche Montag in dem Fernsehfilm „Auf Nummer Sicher?“ ein Ausschnitt einer Wahlkampfrede unserer Bundeskanzlerin vom Herbst letzten Jahres in Berlin vorkam, überschlagen sich diesbezüglich die Ereignisse, vor allem in den Blogs.

War die Rede doch eigentlich auf kommunalpolitische Begebenheiten gemünzt, gewinnt sie massiv an neuen Interpretationsmöglichkeiten, wenn man sie vor dem Hintergrund der momentanen Diskussion um die von Schäuble befürwortete Sicherheitspolitik betrachtet. Da ich bisher immer nur das auf YouTube verlinkte Video gefunden habe, hier einmal ein Transkript des relevanten Ausschnitts aus Merkels Rede:

Das sind aber Dinge, über die darf man nicht diskutieren, die muss man einfach machen. Man darf nicht sagen: „Ach, das ist doch nicht so schlimm.“ Hier ein bisschen was weggeschmissen und dort einen angerempelt. Hier mal auf dem Bürgersteig gefahren und dort mal in der dritten Reihe geparkt. Alles so unter dem Motto „Ist alles nicht schlimm“. Ist alles nicht nach dem Gesetz, und wer einmal Gesetzesübertretungen duldet, der kann anschließend nicht mehr begründen, warum es irgendwann schlimm wird und irgendwann nicht so schlimm ist. Deshalb null Toleranz bei innerer Sicherheit!

So, liebe Mitbürger. Ist da noch irgendwer, der von sich behaupten will, er habe nichts zu verbergen? Noch nie ne Kippe in den Rinnstein geschnippt? Noch nie jemanden angerempelt? Nach Merkels Meinung ist das doch „alles nicht nach dem Gesetz“. Hallo? Geht’s noch? Mit wie vielen Jahren Sicherungsverwahrung muss ich denn rechnen, wenn ich in der Fußgängerzone jemanden über den Haufen renne?

Wenn ich heuer alle paar Stunden in einem Blog wieder dieses Zitat „Das sind aber Dinge, über die darf man nicht diskutieren, die muss man einfach machen“ lese, entsteht vor meinem inneren Auge so ein Bild, das vielleicht mal irgendein künstlerisch veranlagter Mensch mit entsprechenden Ambitionen visualisieren (und mir dann zeigen) könnte.

Auf diesem Bild sieht man ein PKW, auf dem Bürgersteig geparkt, daneben ein großes Schild „Absolutes Halteverbot“. An den Bildrändern links, rechts und oben erkennt man eine Armada an Überwachungsutensilien (Kameras, Drohnen, Ferngläser, Mikrofone, etc.) und irgendwo dazwischen auch eine Selbstschussanlage. Dass letztere in dieser Szene kurz zuvor aktiv war, erkennt man an dem Menschen, der mit einem roten Punkt auf der Stirn, den Türgriff nach dem Aussteigen noch in der Hand, neben seinem Fahrzeug liegt. Und als Bildüberschrift dann den Text: „Nicht diskutieren, einfach machen!“

2 Kommentare:

Rainer Jung meint:

Ich habe etwas zu verbergen! Meine Privatsphäre!
Wahrscheinlich werde ich in naher Zukunft im Ausland Asyl beantragen können.

26. Mai 2007, 16:26
Arby meint:

Rainer, altes Haus, du hier und nicht in Hollywood? Wieso Asyl beantragen? Einfach n Job in Kanada oder Neuseeland suchen und dann ein Köfferchen packen. Noch muss man nicht in einer Nacht- und Nebelaktion über die Grenze, und falls es doch mal so weit kommen sollte (noch bleibe ich hier, um aktiv dazu beitragen zu können, dass es nicht so weit kommt), hoffe ich, dass ich Kind und Kegel rechtzeitig mobilisiert bekomme, bevor das dann passiert.

26. Mai 2007, 17:51

Kommentar schreiben:

Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: