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Archiv: März 2007  

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Freitag, 30. März 2007

Verlässlichkeit, Treue und Mut

KarstadtQuelle heißt jetzt „Arcandor“. Aber keine Bange, der Name Karstadt für die Warenhäuser soll bleiben – zumindest für die, die nicht mittlerweile Hertie heißen.

Der neue Name soll für „Verlässlichkeit, Treue und Mut“ stehen. Sorry, aber ich habe beim ersten Lesen was anderes assoziiert: Spinnen (Arachnopoden), Schlangen (Anaconda) und Raubvögel (Kondor).

Na, da weiß man ja gleich, woran man bei der Unternehmensführung ist.

Freitag, 30. März 2007

Schlüsselfrage

Herr Meier hat ein nettes kleines Einfamilienhaus. Jedes Mal, wenn er sein Haus verlässt (und es ist sonst keiner mehr zu Hause), schließt er die Tür ab und steckt den Schlüssel in seine Tasche, um ihn so immer bei sich zu tragen. Eigentlich ganz normal, nichts besonderes. Wenn jetzt jemand den Herrn Meier fragt, was er denn für Maßnahmen ergriffen habe, damit niemand in sein Häuschen einbrechen könne, antwortet dieser ohne zu zögern und wahrheitsgemäß, berichtet außerdem von dem stahlverstärkten Sperrriegel, den abschließbaren Fenstergriffen, den Sicherheitsketten an den Fallgittern zu den Kellerfenstern und vor allem von der Alarmanlage. Er hat’s halt auf Sicherheit abgesehen.

Herr Schulze hat auch ein kleines Häuschen. Allerdings hat das so ein großes Loch in seine Finanzen gerissen, dass für Sicherheitstechnik kein Geld mehr übrig blieb. Damit niemand schon von der Straße aus sehen kann, dass die Haustür nur durch ein Buntbartschlüssel statt mit der Hilfe eines Sicherheitsschlosses gesichert wird, hat er aus Zeltplane einen Sichtschutz an der Haustür angebracht. Außerdem liegt grundsätzlich ein Schlüssel unter der Fußmatte, damit Oma, die ja immer so vergesslich ist und nie an den eigenen Schlüssel denkt, auch dann ins Haus kann, wenn sonst keiner da ist. Verständlich, dass Herr Schulze mit diesen Informationen nicht hausieren geht.

Betrachten wir die Thematik mal aus der anderen Richtung: Wir fragen Herrn Meier (meinetwegen als Polizeibeamte, die die Nachbarschaft für Gebäudesicherheit sensibilisieren wollen), was er denn für den Schutz seines Eigentums getan hat. Angenommen, er erzählt uns nicht nur von ganz tollen Sicherheitsvorkehrungen, sondern führt sie auch noch vor und zeigt uns, wie sie im Zusammenspiel seiner Meinung nach optimale Sicherheit bieten sollen. Würdet ihr je einen Gedanken daran verschwenden, dass das Haus nicht sicher sei?

Herr Schulze aber blockt solche Fragen ab. Sagt, das ginge uns nix an, er wisse schon was er tue und das sei ja wohl seine Sache. Ist ja auch sein gutes Recht. Und wenn wir versuchen, einen Blick auf den Schließzylinder seiner Haustür zu werfen, wird er nervös und stellt sich unauffällig in die Sichtlinie. Kommen da nicht automatisch Zweifel an der Sicherheit seines Hauses auf?

Wenn ich jetzt als Bürger eines demokratischen Landes, wo die öffentliche Stimmauszählung und von jedem Wahlberechtigten nachzählbare Ergebnisse (noch) Bestandteil des Wahlrechts sind, gesagt bekomme, dass zu den Sicherheitsmechanismen von Abstimmungscomputern aus Sicherheitsgründen keine Informationen herausgegeben werden dürfen, was soll ich denn dann wohl annehmen? Na…?

Donnerstag, 29. März 2007

Werde Mitglied, lerne schießen, treffe Freunde

Die „Killerspiel“-Debatte will einfach kein Ende finden. Nachdem Heise erst heute Morgen berichtete, dass die erst letzten Herbst gegründete Piratenpartei, die einen Gegenpol zu den alteingebrannten Parteistrukturen bilden will, für Samstag zu einer Demonstration gegen das Verbot von „Killerspielen“ in Berlin aufruft, ist die CDU-Landtagsfraktion in Sachsen nach einer Meldung am Nachmittag wieder auf rigorosem Verbotskurs. Also kann auch ich nicht einfach darüber hinweg sehen, sondern muss ebenfalls meine kleine unbedeutende zwei Cent werte Meinung dazu abgeben.

Wichtigster Kritikpunkt an derartigen Gesetzesinitiativen ist nicht das Verbot an sich oder die Tatsache, dass „Killerspiele“ nunmal nicht jedermanns Geschmack sind und es demzufolge Leute gibt, die solche Spiele abartig finden und nicht verstehen können, was ein Familienvater mit solch einem Spiel anfangen will, sondern der Ruf nach einem strikten Besitz-Verbot.

Während Ursula von der Leyen und NRW-Familienminister Armin Laschet erst kürzlich noch einen diesbezüglichen Kompromiss vorgeschlagen hatten, der, wenn auch nicht jeden aus der Computerszene, dann doch zumindest mich versöhnlich stimmte und überzeugen konnte, haut die Sachsen-CDU wieder voll in die Katzentoilette und fordert: „Der Besitz der so genannten Killer-Spiele muss verboten werden.“

Da frage ich mich dann: Was soll das bringen? Und ich frage euch mal wieder: Wodurch sind die Menschen bei jenen Aktionen zu Schaden gekommen, nach denen die Politik immer wieder die Debatte um ein Verbot von gewaltbetonten First-Person-Shootern aufs Neue entfacht? Waren das die Computerspiele, die die Schüler bei den Amokläufen in Emsdetten und Erfurt (und auch in vergleichbaren Fällen im Ausland) verletzt beziehungsweise gar getötet haben? Haben die Amokschützen ihre Knarren vielleicht während des Spielens aus dem Monitor ausgeschnitten?

Oder um das Kind mal mit dem Bade auszuschütten: Wenn es doch ach so pervers sein soll, wenn man als erwachsener und mündiger Bürger ein Spiel besitzt beziehungsweise installiert hat oder gar spielt, bei dem in virtuellen Welten Terroristen gejagt oder menschenähnliche Zombies oder Aliens abgeknallt werden sollen (von angeblich im Handel erhätlichen Spielen, bei denen man Punkte für die Vergewaltigung von Frauen bekommen soll, rede ich hier nicht, die gibt es nämlich nicht, das ist übelste Propaganda der populistischen Medien), warum ist es dann nach landläufiger Meinung völlig okay, dass man ohne jeglichen Nachweis einfach so bestimmte (durchaus erhebliche Schäden zufügende) Waffen kaufen kann?

Oder was ist mit Schützenvereinen, wo regelmäßig das Schießen auf Lebewesen anhand von realen Tier-Nachbildungen mit real existierenden Waffen mit durchaus nicht ungefährlicher Munition trainiert wird? Das ist demgegenüber plötzlich okay? Wo ist denn bittesehr die Grenze?

Ich will mal klarstellen: Die Schützenvereine sind mir schnurz-piep-egal. Sollen sie ihrem in meinen Augen verabscheuungswürdigen Treiben weiter fröhnen. Solange die Mitglieder und Funktionäre dafür sorgen, dass die für den Schützensport im Besitz der Mitglieder befindlichen Waffen auch wirklich nur für das verwendet werden, für das sie gedacht sind. Aber dann sollen sie auch bitte die Klappe halten, wenn es um sogenannte „Killerspiele“ geht. Denn das ist ein anderer Sport (sic!) und wenn man es genau betrachtet, ist der bei weitem ungefährlicher und unbedenklicher als jeder Schützenverein, den im Gegensatz zu letzterem braucht man für ein Computerspiel keine echte Waffen.

Und tut mir bitte einen riesengroßen Gefallen: Wenn das nächste Mal (und lang kann das nicht mehr dauern, wenn die Politik so weiter macht und die ganzen anderen Gründe für Suizide und Amokläufe, wie sie zum Beispiel der Emsdettener Täter Sebastian B. in seinem Vorab-Bekenntnis zur Sprache gebracht hat, ignoriert) jemand mit einer Knarre durch ein Einkaufszentrum, eine Schule oder ein Stadion rennt und wahllos um sich ballert, und im Nachhinein festgestellt wird, dass derjenige ein „Killerspiel“ auf seinem Computer installiert hatte, fragt nicht, welches Spiel das denn gewesen ist und ob man dieses Spiel nicht lieber hätte verbieten sollen, sondern fragt, woher der Typ denn bitteschön die Knarre hatte und wie er damit unbehelligt in das Einkaufszentrum, die Schule oder das Stadion eindringen konnte…

Montag, 26. März 2007

Liebes Tagebuch,

… das war mal wieder ein ereignisreiches Wochenende. Das Ganze fing Freitag Abend an, als ich mich mit meinen Kumpels unserer reaktionären Terrorzelle „Saddams Rache“ getroffen hatte. Mahmud sagte, er habe jetzt neuerdings doch ein bisschen Schiss, dass wir auffliegen könnten. Dann ging’s am Freitag um nix anderes mehr. Weil doch der Mahmud unsere ganzen Anleitungen, die wir zum Bombenbau benötigen, aus dem Internet holt und nicht weiß, ob DIE davon nicht schon was mitbekommen haben. Immerhin hat am Donnerstag bei ihm das Internet mal kurz gehangen, obwohl das DSL-Modem eigentlich „Alles OK“ angezeigt hat. Er vermutete schon, dass sich da vielleicht einer vom BKA oder so eingeklinkt haben könnte. Am Samstag Morgen rief mich dann plötzlich Ceyla an, die Freundin vom Aydan, weil bewaffnete Truppen um fünf Uhr früh bei denen und bei Mahmud aufgetaucht sind und Mahmud und Aydan sowie deren Computer gleich mitgenommen haben. Scheiße, was hatte ich auf einmal Angst, ey. Aber wenn sie mich hätten filzen wollen, wärn die doch bei mir auch schon längst gewesen, oder? Immerhin vertraue ich dir, liebes Tagebuch, schon seit vielen Monaten unsere geheimen Pläne mit und speichere sie auf meiner Festplatte. Und wenn die jetzt schon ihre Online-Durchsuchungen durchführen, waren DIE doch sicherlich auch schon auf meiner Platte? Ich hab dann Sonntag erstmal ein Antivirus-Update runtergeladen, das hat aber nix gefunden. Der deutsche Nachbar, Herr Meier aus dem zweiten Stock, der hatte aber Ahnung von sowas, und der weiß auch, wie man unsichtbare Rootkits aufspüren kann. Der hat tatsächlich was bei mir gefunden. Da war so ein Tool, das von außen gesteuert beliebige Festplatteninhalte aufspüren kann. Der hat gleich mal in den Programmcode geguckt. Lauter Zahlenkram, kenn ich mich gar nicht mit aus, nur 17 43 AE 6C D3 D2 90 62 und so. Da waren teilweise zwischendurch auch Wörter zu lesen. So was wie „Mama“ oder „Freundin“ oder „Toilette“. Vermutlich Suchbegriffe für die automatische Schlüsselwortsuchem, sagte Herr Meier. Irgendwo stand auch „Tagebuch“. Die haben also tatsächlich nach meinem Tagebuch gesucht. Ich verstehe bis heute nicht, warum die hier noch nicht mit ihrem Überfallkommando aufgetaucht sind. Die müssen unsere ganzen geheimen Pläne doch auf meiner Festplatte gefunden haben? Ich verstehe das nicht

Freitag, 23. März 2007

Sex ist böse

Man darf doch über alles reden, oder? Ich meine, ich verherrliche keine Gewalt, ich verhetze kein Volk, ich diskriminiere keine Randgruppen. Ich rede nur von Gott-gegebenen Dingen, wenn ich erzähle, was es mit Sex so auf sich hat.

Uhh, da war es wieder, das böse Wort. Sex. Schauder. Ich muss ja echt pervers sein. Kommt mir zumindest so vor, wenn ich mal wieder die drei an Häusewände verstohlen gekritzelten Buchstaben „S“, „E“ und „X“ entdecke. Als sähe der (meist minderjährige) „Täter“ schon den Gedanken daran als etwas Unmoralisches, wenn nicht gar Illegales, an. Woher er das nur hat?

In Münster findet bis morgen eine Tagung zum Thema „Sexueller Missbrauch Jugendlicher“ statt, und Heise berichtet darüber, unter anderem, weil die Diskussion mal wieder nicht an neuen Medien wie dem Internet vorbeikommt:

Für die Kinderärztin Cooper hat unter anderem die Allgegenwärtigkeit von Sex in der Werbung und in den Medien Schuld daran. „Sex wird normalisiert, es ist eine neue Form des Exhibitionismus“, kritisiert sie.

Sex wird normalisiert? Hat die Frau sie noch alle? Na, da wundern mich die Schmierereien im öffentlichen Raum kaum noch, wenn mit Kindern über dieses Thema nicht „normal“ gesprochen
werden darf.

Können wir den Kindern nicht einfach mal erzählen, was los ist? Muss das immer erst aus der Schmuddelecke herausgeholt werden? Nur solche Kinder, die selbstbewusst über ihren Körper und ihre Sexualität reden können, sind in der Lage, sich gegen Bedrohungen durch „Böse Männer“™ aus dem Internet oder den „Lieben Onkel“ aus der Verwandtschaft zur Wehr zu setzen.

Andererseits… ich sehe das schon wieder vor meinem geistigen Auge, wie meine Tochter mit selbstbewusster sexueller Grundhaltung wie selbstverständlich über ihre und Sexualität im Allgemeinen spricht und dann von ihrer kurz vor der Pensionierung stehenden Klassenlehrerin im besten Fall nur schief angeguckt, wahrscheinlich aber im Geiste in die Schmuddelecke abgeschoben wird, wo sie dann nicht mehr rauskommt, bis sie am Ende des vierten Schuljahrs mit einer (ungerechtfertigten) „Empfehlung“ für die Hauptschule endlich aus ihrem Dunstkreis entfliehen kann — nur um dann beim nächsten Möchtegern-Pädagogen anzuecken.

Donnerstag, 22. März 2007

Schon wieder einer

Wie ich es hasse, immer Recht zu behalten

Mittwoch, 21. März 2007

Sturm-Opfer

Dem Bundesverfassungsgericht liegt ein neuer Eilantrag gegen die Entsendung von „Tornado“-Kampfflugzeugen nach Afghanistan vor. Antragsteller ist diesmal die Links-Fraktion des Bundestags, nachdem die letzte Klage aus formalen Gründen abgelehnt worden war. Das Gericht will nun zügig eine Entscheidung finden, denn vorher dürfen die Kampfjets aufgrund des Eilantrags nicht entsendet werden.

Das Schicksal der im Irak entführten deutschen Geiseln ist noch immer unklar. Bereits gestern lief das von den Entführern gestellte Ultimatum ab. Soweit die offizielle Darstellung.

Eigentlich ist es doch sehr naheliegend, diese beiden Meldungen in einen kausalen Zusammenhang zu bringen. Einen ersten Ansatz dazu habe ich sogar bereits geliefert, wenn auch nicht so offensichtlich.

Es dauert jedenfalls nicht mehr lange, bis wir von den Entführern im Irak wieder hören werden. Noch sind die Geiseln am Leben. Da bin ich relativ sicher. Wenn das Bundesverfassungsgericht seine Entscheidung bekannt gegeben hat, dann erst beginnt die neue Runde, deren Ausgang unklar ist, oder, um es mal deutlicher zu sagen, deren Ausgang sozusagen in den Händen der Verfassungsrichter liegt.

Und ich glaube, unsere Regierung weiß das. Sie sagt uns das nur nicht. Zu unserem eigenen „Schutz“. Sonst wäre Deutschland erpressbar.

Mittwoch, 21. März 2007

Wenn Blinde über Farben reden

Heise Online berichtet heute in seinem Newsticker über ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts von vergangenem Juni, das jetzt veröffentlicht wurde. Darin geht es um die Rechtsgrundlagen für den Zugriff auf E-Mail-Inhalte durch Strafverfolgungsbehörden.

Darin wird deutlich, welch unterschiedliche Rechtsauffassungen die Behörden, Gerichte und Rechtsvertreter zu diesem Medium im Speziellen und elektronischer Kommunikation im Allgemeinen haben.

Bei dem Artikel musste ich zwangsläufig daran denken, wie und welche Probleme entstehen können, wenn zwei Parteien über das gleiche, aber doch von unterschiedlichen Dingen reden.

Das fällt mir in meinem privaten Umfeld immer dann auf, wenn ich mich mit der Klassenlehrerin meiner Tochter auseinandersetzen muss. Wir sitzen eigentlich im selben Boot, ziehen am selben Strang, reden aber trotzdem dauernd aneinander vorbei, weil jeder eine andere Sicht der Dinge hat.

Und das ist auch das Problem im IT-Bereich. Kaum jemand setzt sich wirklich so umfassend mit der Problematik auseinander, dass derjenige auch allumfassendes Wissen hat, das bei der Bewältigung der angesprochenen Aufgabenstellungen notwendig wäre. Stattdessen hat jeder seine gesunde Portion Halbwissen, die für seine Bereiche ausreichend scheint.

Wenn dann mehrere Experten zusammenkommen, reden auch sie über das gleiche Thema, aber trotzdem aneinander vorbei, weil bezogen auf das Thema die jeweiligen Fachbereiche der Diskutanten keinerlei überschneidungen haben.

Die einen sehen in E-Mails dann grundsätzlich Analogien zum Telefon, das man ja nach bestimmten Gesetzen abhören darf, andere erkennen darin so etwas wie einen Brief, der dem Postgeheimnis unterliegt, und keiner der beiden liegt wirklich hundertprozentig richtig, weil E-Mail etwas völlig anderes ist und sich eben nicht mit Äpfeln und Birnen vergleichen lässt.

Und dann schlägt das mangelnde Verständnis für die „neue“ Technologie erbarmungslos zu. Ich wette, mehr als 99 Prozent aller E-Mail-Nutzer haben noch nie ein SMTP-Protokoll von innen gesehen, und nicht viel weniger haben keinen blassen, wie die Header-Zeilen von E-Mails aufgebaut sind und wodurch sie entstehen.

Als Anwender muss man das auch nicht zwangsläufig wissen, aber dann soll man doch bitte auch die Klappe halten und nicht so tun, als hätte man Ahnung, und die ganze Sache von solchen Leuten regeln lassen, „die sich mit sowas auskennen“™. Das allerdings fällt so manch gestandenem (sorry, gesessenem) Politiker arg schwer.

Dienstag, 20. März 2007

Sprechen Sie Dschörmen?

Gestern hab ich in einem voll abgespaceten Meeting gecheckt, dass Chatting unter Deutschen nicht mehr wirklich in der native language stattfindet. Shit happens. Wir haben aber sofort einen outgesourcten Manager auf die Sache angesetzt, der jetzt mit geballter Man-Power dem ganzen Case auf den Grund gehen soll.

Scherz beiseite. Ich hab’s wirklich versucht, das ganze zu überspitzen. Es ist mir nicht gelungen. Ich hab schon an so mancher Besprechung teilgenommen. Wenn in so einem Meeting nur die nicht-deutschen Wörter Beamer und Roll-Out fielen, war das eine kleine Sensation. Meistens wird man mit englischen Begriffen nur so zugeschüttet.

Das geht sogar so weit, dass das Englische neben dem Beruf auch unser Alltagsleben zunehmend seiner Knute unterwirft. Besonders deutlich wird das bei Werbebotschaften. („Douglas – komm rein und finde wieder raus.“) oder Produktbezeichnungen und -beschreibungen überhaupt. Wenn einer behaupten will, dass alle Mitglieder der entsprechenden Zielgruppe auf Anhieb wissen, worum es sich bei „Pantehn Prowih Her Kehr Ripehr“ handelt, dann halte ich denjenigen für einen dreisten Lügner.

Aber was wäre diese schnöde Welt ohne einen Retter in der Not? Wozu haben wir denn unsere tolle Regierung gewählt? Wenn sie schon unsere Bürgerrechte für mehr vermeintliche Sicherheit beschneiden will, soll sie auch was für unsere Sprache tun. Und schon gibt’s in der Union eine Arbeitsgruppe, die sich den Kampf gegen das Denglische in unserer Muttersprache auf die Fahnen geschrieben hat und eine Rückbesinnung auf die „Schatzkiste der deutschen Sprache“ fordert.

Fehlt nur noch, dass demnächst nach Mörderspielen, Rauchen in der Öffentlichkeit, herkömmlichen Glühlampen, Hacker-Tools (pardon, -Werkzeugen) wie z.B. Antiviren- oder Antitrojaner-Software, dem Besitz von Bombenbauanleitungen und MP3-Dateien ohne DRM auch noch die Verwendung englischer Wörter in deutschen Texten verboten wird.

Dann bräuchten eine Menge Deutsche demnächst für das Verfassen ihrer Texte ein „German 2 Deutsch After Beat Factory“.

Montag, 19. März 2007

Eigenlob stinkt

Ich sag’s ja nur sehr gerne, aber: Ich habe es ja gewusst!

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