Na, heute schon den Fernseher an gehabt? Ach, du hast gar keinen Fernseher? Naja, macht nichts. Kann ich verstehen, bei den horrenden GEZ-Gebühren und den laschen Inhalten. Aber das Radio läuft doch bestimmt irgendwo? Ach, auch nicht? Medienkonsum-Verweigerer also? Nur, damit die GEZ-Abzocker keinen Cent von dir zu Gesicht bekommen? Naja, Rundfunk-Abstinenz kann auch was Feines sein.
Ach so, du bist am Arbeitsplatz und hast dort gar kein Fernsehen oder Radio zur Verfügung? Na, dann ist doch alles klar. Wer kuckt auch schon beim Arbeiten fern? Okay, es gibt Leute, die können während der Arbeit Radio hören, aber die meisten können es nicht — aus vielfältigen Gründen.
Ach ja, bevor ich es vergesse und dich wieder in Ruhe lass: Ich hätte gerne fünf Euro zweiundfünfzig von dir. Wofür? Na, GEZ-Gebühr natürlich! Oder dachtest du, als Medien-Asket oder Büro-Hengst um die Rundfunkgebühren herum zu kommen? Ha! Da hast du aber die Rechnung ohne die GEZ-Mafia gemacht! Wusstest du denn nicht, dass man im Besitz eines „neuartigen Rundfunkempfangsgeräts“ seit gestern ebenfalls Gebühren, wenn auch nur die für Radioempfang, zahlen muss?
Wie, du hast kein solches Gerät? Na, das weiß ich aber besser. Alleine schon die Tatsache, dass du diesen Text hier liest, beweist, dass deine Schutzbehauptung unwahr ist, denn jeder internetfähige PC oder Handy zählt als Rundfunkempfangsgerät (neuartig). Ja, ich weiß, ich verstehe das auch nicht so genau. Ich hab mit meinem PC auch noch keinen Rundfunk empfangen können.
Du armer Kerl bist auch noch Freiberufler oder Selbstständig? Ja, dumm gelaufen, dass man als Gewerbetreiber gesetzlich dazu verpflichtet ist, seine Steuererklärung nur noch per Internet abgeben zu können. Das so zwangsläufig notwendige Internet hat sich dann sehr schnell als GEZ-Gebührenfalle entpuppt. Und im beruflich genutzten, häuslichen Arbeitszimmer, das dir das Finanzamt schon lange nicht mehr anerkennt und das sich daher nicht mehr von der Steuer absetzen lässt, ist auch noch mit einem Radio bestückt, damit du den Kasten in der Küche nicht immer auf volle Pulle drehen musst? Na, wie praktisch. Dann kannst du mir ja gleich nochmal fünf Euro zweinundfünfzig geben, schließlich zählt das im Sinne des Rundfunkstaatsvertrags als zusätzlicher Firmenstandort.
Kein Gegenwert, sagst du? Na komm! Guck doch mal hier oder hier oder hier. Da ist doch jede Menge schönes Zeugs. Manchmal kriegt man da sogar Live-Inhalte. Du wolltest das gar nicht? Die Infrastruktur haben wir gar nicht selbst finanziert, sondern sind selbst nur Nutznießer? Dein Internettarif erlaubt dir von den Kosten her gar nicht, ständig Radio-Streams abzurufen, weil geschäftlich genutzte Flatrates nicht zu haben oder unbezahlbar sind? Das ist uns doch sowas von scheißegal!
Aber weißt du was: Wir kommen dir entgegen. Wir schaffen das vielleicht bald wieder ab und denken uns ein neues Gebührenmodell aus. Vielleicht ist das sogar fairer, einfacher, durchsichtiger. Aber glaub bloß nicht, du kämst dann billiger weg! Sooo einfach geht das nicht.