Abends halb Zehn in Deutschland. In der Flimmerkiste läuft weitestgehend Mist, also divergiert die Familie von der Wohnzimmer-Glotze in die einzelnen Lieblingräume: Papa fährt schonmal den Rechner hoch und Mama schnappt sich Shorty, um ihm im Schlafzimmer stillenderweise die Gutenachtmahlzeit zu verabreichen. Nebenher will sie noch „Einsatz in 4 Wänden“ sehen. Nunja, sie findet’s halt interessant.
Da läuft plötzlich eine Schrift (darum heißt die wohl Laufschrift) durch’s Bild: Kleinflugzeug stürzt in New Yorker Hochhaus — mehr Informationen gäbe es gegen 21:38 auf dem Sender. (Nur nochmal zur Info: „Einsatz in 4 Wänden“ läuft auf RTL.) Da es bis dahin noch knappe acht Minuten sind, die angesichts der Tragweite einer solchen Nachricht eigentlich viel zu lange dauern, zappt der besorgte Bildungsbürger auf die öffentlich-rechtlichen Kanäle, damit er sich dort umfassend über die aktuelle Lage informieren kann. Denkt er zumindest.
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